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Leichtathletik-EM Schweizer Frauen-Staffel scheidet aus

Die Schweizer Frauen-Staffel ist im Final über 4x100 m nach einem Missgeschick von Startläuferin Mujinga Kambundji ausgeschieden. Gold ging wie bei der Männer-Staffel an Grossbritannien. Die Schweizer verpassten das Podest als Vierte knapp.

Für die Schweizer Frauen-Staffel hat der Final über 4x100 m an der Heim-EM einen extrem bitteren Ausgang genommen. Startläuferin Mujinga Kambundji verlor den Stab beim Start, die Schweizer Medaillenträume platzten damit jäh. Marisa Lavanchy, Ellen und Lea Sprunger kamen somit im Letzigrund gar nicht mehr zum Einsatz.

Gold ging in einer Zeit von 42,24 Sekunden an Grossbritannien. Den 2. Platz holte Frankreich vor Russland. Mit den Niederlanden musste sich ein weiterer Favorit geschlagen geben, nachdem der Wechsel zu Sprint-Star Dafne Schippers missraten war.

Legende: Video Die Ehrenrunde der Schweizerinnen abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
Aus sportlive vom 17.08.2014.

Gänsehaut-Moment im Letzigrund

Für Kambundji endete mit dem Missgeschick in der Staffel eine äusserst erfolgreiche EM auf undankbare Weise. Die 22-jährige Bernerin hatte sich mit Rang 4 im 100-m-Final sowie dem 5. Platz über 200 m und nicht weniger als 3 Schweizer Rekorden in die Herzen der Zuschauer gesprintet.

Dies zeigte sich auch in dem für sie wohl enttäuschendsten Moment ihrer Karriere. Ihre Staffel-Kolleginnen überredeten Kambundji zu einer Ehrenrunde im Stadion - und die Zuschauer im Letzigrund zollten den Schweizer Aushängeschildern mit Standing Ovations ihren Respekt.

Legende: Video Interview der Schweizer Staffel-Frauen abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
Aus sportlive vom 17.08.2014.

Ellen Sprunger: «Mujinga ist die Königin der EM»

Die Schweizer Staffelläuferinnen waren nach dem Ausscheiden selbstredend masslos enttäuscht. Dennoch zeigte sich der Zusammenhalt auch in diesem schweren Moment. Ellen Sprunger sagte: «Es hätte allen so etwas passieren können.» Aber natürlich sei es sehr schade, dass es ausgerechnet im Final passiere. Gleichzeitig adelte sie ihre Kollegin: «Wir sind überhaupt nicht böse auf sie. Mujinga ist die Königin dieser EM.» Kambundji selber sagte lediglich: «Es tut mir einfach nur Leid.»

Schweizer Männer knapp am Podest vorbei

Kurz vor den Schweizerinnen hatte auch die Schweizer Männer-Staffel eine Medaille verpasst - als Vierte aber denkbar knapp. Nachdem Pascal Mancini, Amaru Schenkel, Suganthan Somasundaram und Alex Wilson im Vorlauf mit einer Zeit von 38,54 Sekunden einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt hatten, zeigte das Schweizer Team auch im Final ein starkes Rennen. In 38,56 Sekunden blieb es um 0,02 Sekunden über der nationalen Bestmarke.

Im Kampf um die Bronzemedaille musste sich Schlussläufer Wilson nur knapp dem Franzosen Ben Bassaw geschlagen geben. Im Ziel fehlten der Schweiz 0,09 Sekunden zu Edelmetall. Einen souveränen Sieg feierte Grossbritannien, das Deutschland um 0,16 Sekunden auf den 2. Platz verwies.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 17.08.2014, 14:50

40 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Noch ein Nachtrag: Es passt vielen zwar nicht, was Jean Passant oft schreibt, aber er versteht tatsächlich etwas von Sport und hat in vielen Punkten Recht. Ich drücke es noch krasser aus als am Morgen: Zuerst Leistung bringen und erst dann sich feiern lassen! So wie M. M. den Stab verloren hat, war schon fast anfängerhaft. Wechselfehler kommen vor, aber sooo... ich bitte euch. Eine Annegret Richter z.B. war 1971 und 1972 gleich jung, aber dem Druck gewachsen. DAS war und ist Klasse!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Etwas muss doch noch klargestellt werden: Die Königin dieser EM ist nicht das Berner Meitschi, das schon beim Start den Stab verloren hat, sondern die Holländerin Daphne Schippers, die immerhin über 100 und 200 Meter gewonnen hat. Bleibt auf dem Boden, CH-Chauvis!!
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    1. Antwort von jean passant, thun
      Sehe ich auch so. Keine Frage, Kambundji hat Potenzial, in den Einzelrennen ist sie sehr gut gelaufen, aber dieses kritiklose Hochjublen ist chuavinistisch, hat aber nichts mit Sportkenntnis zu tun. Fehler dürfen vokommen, aber der Start von Kambundji war nicht gut, man kann dies in der Slomo gut sehen. Das Becken war viel zu weit obenund so konnte sie nicht genügend Druck nach vorne entwickeln und blieb mit Armen an den Beinen hängen. Grüsse aus Thun jp
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    2. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @J. Stump; Es geht hier doch nicht um Chauvinismus, sondern um "Party-Nationalismus". Es ist doch logisch, dass man sich mit den eigenen Landsleuten viel mehr identifiziert als mit anderen Nationalitäten, obwohl man denen ihre Erfolge selbstverständlich auch sehr gönnt und entsprechend applaudiert (fand ZH-Fans sehr vorbildlich!). Aber ein Sportevent macht doch viel mehr Spass, wenn man für jemanden fanen kann und i.d.R. ist das im Nationensport ein Land, zu dem man einen engen Bezug hat.
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    3. Antwort von Erika Wyler, Aesch
      Ich denke nicht, dass Ellen Sprungers Aussage von Chauvinismus zeugt, sondern von (gerechtfertigtem) Respekt vor den sportlichen Leistungen ihrer Teamkollegin. Chauvinistisch ist, die Frauen zu kritisieren. Sie schulden nur sich selbst etwas. Amüsant auch die fachkundige Startanalyse. Tatsache ist: Mujinga ist eine sensationelle Starterin. Berühren der Oberschenkel - gerade mit Staffelstab - kommt auch bei den besten ab und an vor. Dass es gerade so unglückliche Folgen zeitigt – dumm gelaufen.
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    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Bevor es noch Missverständnisse gibt, sei dies hinzugefügt: Auch ich habe immer für die CH-Leichtathleten gefant, ich war ja selber auch einer, aber für eine Spitzensportkarriere nicht gut genug. Zudem hat mein Herz schon immer für den TV Unterstrass geschlagen, der schon mehrere CH-Meister hervorgebracht hat. Zudem noch dies: Als ich aufwuchs, wurden wegen "Juha" trotz meines CH-Namens noch Kopfstände gemacht. Heute werden auch exotische Namen akzeptiert, was ich echt gut finde.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Bleiben wir realistisch: Mit einer Medaille wäre es sowieso kaum etwas geworden, dafür waren die Teams, die die Medaillen gewonnen haben, ganz einfach zu stark. Ärgerlicher ist es bei den Männern: Schon im Vorlauf hat es nicht mit allen Wechseln geklappt, diesmal hat es sogar eine Medaille gekostet. Aber auch diese haben schon in zwei Jahren die nächste Chance, und es kann auch nur bei einer EM sein. Bei den WM und OS sind sie gegen die Raketen aus den USA und Jamaika chancenlos.
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    1. Antwort von T. Stähli, Sursee
      Die Schweizerinnen liefen im Halbfinale 42.98sek (mit Reserve bei allen Übergaben), die Russinnen gewannen Bronze mit 43.22sek. Behaupten Sie nur ja nicht, die Schweizerinnen hätte diese Medaille nicht geholt. Dass bei einer WM oder OS noch viel auf die Spitze fehlt, ist auch keine Neuigkeiten. Aber wer hätte vorher geglaubt, dass die CH-Sprinter so nahe an die europäische Spitze kommen. Warum nicht noch einmal davon träumen?
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