Schafft Schweizer Leichtathletik die Trendwende?

Ein knappes Jahr vor der Heim-EM befindet sich die Schweizer Leichtathletik in der Krise. Viele Athletinnen und Athleten stagnieren. Trotzdem gibt der Verband die Hoffnung nicht auf.

Video «Schweizer Leichtathletik in der Krise («sportlounge»)» abspielen

Schweizer Leichtathletik in der Krise («sportlounge»)

9:50 min, vom 16.9.2013

2013 war kein gutes Jahr für die Schweizer Leichtathletik. An der Team-EM in Dublin stieg die Schweiz in die 3. Liga ab, an der WM in Moskau gab es kein einziges Top-8-Ergebnis und in den europäischen Jahresbestenliste finden sich nur 3 Schweizer Top-10-Einträge: Marathonläufer Viktor Röthlin (3.), die 4x100-m-Frauenstaffel (7.) und Stabhochspringerin Nicole Büchler (9.).

Grosse Investitionen - mässige Steigerung

Und dies, obwohl Swiss Athletics im Hinblick auf die Heim-EM im August 2014 gross investiert hat. Im Rahmen des Förderprogramms «Swiss Starters» werden seit 5 Jahren rund 80 Athletinnen und Athleten zusätzlich unterstützt, damit mindestens 30 Schweizer in Zürich an den Start gehen können. Jährlich eine Million Franken gibt der Verband dafür aus.

«Je näher die EM rückt, umso mehr wird gearbeitet», verteidigt Peter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, seine Schützlinge. Er räumt aber ein: «Dieses Jahr hat sich dies noch nicht in den Resultaten niedergeschlagen.» Nur jeder dritte «Swiss Starter» konnte 2013 seine Leistung steigern.

«Ausreisser nach oben kann man nicht planen»

Dennoch ist diese breite Förderung aus Sicht von Patrick Magyar das richtige Instrument. Der EM-Cheforganisator und langjährige Direktor von «Weltklasse Zürich» ist überzeugt, dass man Top-Athleten nicht «planen» kann. «Aber ist die Pyramide breiter, gibt es schon rein statistisch mehr Ausreisser nach oben.»

Vielleicht gehört dazu dereinst Kariem Hussein, aktueller Schweizer Meister über 400 m Hürden. «Ich habe Steigerungspotenzial in Sachen Kraft, Ausdauer und Technik», beteuert der 24-Jährige, der die EM-Limite bereits erfüllt hat. Heuer blieb er in 49,78 Sekunden allerdings 0,17 Sekunden über seiner Bestleistung aus dem Vorjahr.

Schweizer EM-Medaillen seit 1982

2012 (Helsinki)-
2010 (Barcelona)Gold: Viktor Röthlin
2006 (Göteborg)Silber: Viktor Röthlin
2002 (München)Silber: André Bucher
1998 (Budapest)Silber: André Bucher
Bronze: Anita Weyermann
1994 (Helsinki)Bronze: Matthias Rusterholz
Bronze: Daria Nauer
1990 (Split)Silber: Anita Protti
Bronze: Sandra Gasser
1986 (Stuttgart)Gold: Werner Günthör
1982 (Athen)-