Russland startet Countdown für Olympia 2014

Exakt 365 Tage vor Beginn der 22. Olympischen Winterspiele haben Russlands Präsident Wladimir Putin und IOC-Chef Jacques Rogge in Sotschi den Startschuss für den Countdown gegeben. Doch neben die Vorfreude auf den bevorstehenden Grossevent mischen sich auch Misstöne.

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Olympische Spiele Sotschi 2014

2:38 min, aus sportaktuell vom 7.2.2013

Nach einer farbenfrohen Eisshow, an der hunderte von Künstlern mitgewirkt haben, haben Russlands Präsident Wladimir Putin und IOC-Chef Jacques Rogge den Startschuss für den Olympia-Countdown gegeben.

Ambitionierte Ziele

Ein Jahr vor dem Start sei Sotschi zu rund zwei Dritteln bereit, erklärte der Chef des Organisationskomitees Dimitri Tschernyschenko. Die Ambitionen sind hoch: Der Gastgeber plant nach der historischen Pleite 2010 in Vancouver mit nur drei Goldmedaillen diesmal den Sprung an die Spitze. 15 Goldmedaillen seien dafür notwendig, liess das Nationale Olympische Komitee Russlands verlauten. Ob das ambitionierte Ziel erreicht werden kann, muss sich erst noch weisen.

Teuerstes Olympia-Spektakel aller Zeiten

Zuletzt zeigten die Organisatoren, dass Planungen nur schwer einzuhalten sind. Mit bisher 37,5 Milliarden Euro kostet Sotschi 2014 schon jetzt fünfmal mehr als ursprünglich veranschlagt. Damit werden die Spiele am Schwarzen Meer das teuerste Spektakel in der olympischen Geschichte.

Bürger nicht euphorisch

Bei vielen Einheimischen hält sich die Vorfreude aber in engen Grenzen. In Internet-Blogs klagen genervte Bürger über Baulärm, giftigen Bauschutt, Staus und über angeblich mehr Kriminalität wegen der vielen Gastarbeiter. Auch Menschenrechtler oder Umweltschützer prangern immer wieder schwere Rechtsverstösse an.

Putin greift durch

Putin räumte zwar Versäumnisse bei den Vorbereitungen ein: «Nicht alles ist so gut, wie wir das gerne hätten», sagte das Staatsoberhaupt nach einer Besichtigung der Baustellen. Es gebe aber keinen Grund zur «Panik».

Dass Putin keine weiteren Verzögerungen mehr duldet, unterstrich er mit radikalen Massnahmen im personellen Bereich: Genau ein Jahr vor Eröffnung der Winterspiele entliess er den Vizepräsidenten des Nationalen Olympischen Komitees Achmed Bilatow, dem der Verzug bei der Fertigstellung der Skisprunganlagen zum Verhängnis wurde.