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Olympische Spiele Wahl des IOC-Präsidenten: Alle gegen Bach

Am Dienstag wird in Buenos Aires der neue Präsident des Internationalen Olympischen Komitees gewählt. SRF-Korrespondent Herbert Zimmermann erklärt, warum sowohl der Schweizer Kandidat Denis Oswald als auch die übrigen Herausforderer gegen den Favoriten Thomas Bach einen schweren Stand haben.

Legende: Video IOC vor der Wahl des neuen Präsidenten («sportlounge») abspielen. Laufzeit 5:56 Minuten.
Vom 09.09.2013.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund – unter diesem Motto müssten sich die Gegner von Thomas Bach vor der Wahl des IOC-Präsidenten formieren. Jeder für sich allein hat kaum eine Chance gegen den haushoch favorisierten IOC-Vize aus Deutschland.

Ambitionen hatte Thomas Bach schon vor 12 Jahren, als die Nachfolge von Juan Antonio Samaranch zu bestimmen war. Damals wurde er aber als zu jung befunden. Jetzt, im Alter von 59 Jahren und mit 22 Dienstjahren im IOC in verschiedensten Funktionen, hat er ein Beziehungs-Netzwerk aufgebaut, gegen das kaum einer der fünf anderen Kandidaten ankommt. Er bietet handfeste Ziele für seine Präsidentschaft an: Einen Olympia-TV-Kanal und dereinst Spiele in Afrika – damit hat er Stimmen der kleinen Verbände und vom Schwarzen Kontinent auf sicher. Dazu kommen seine Kontakte in den arabischen Raum.

Gegner ohne scharfes Profil

Daneben wirken seine Gegner blass. Der einzige, der ähnlich griffige Argumente bieten kann, ist IOC-Schatzmeister Richard Carrión aus Puerto Rico. 910 Millionen Schweizer Franken konnte er als Reserve der Olympischen Kasse ausweisen. Auf die Verwendung dieser und zukünftiger Gelder hat er grossen Einfluss; keine schlechte Position als Kandidat.

Der Schweizer Denis Oswald hingegen hat kaum mehr zu offerieren als die sportlichen Werte, für die er steht. Doch mit Idealismus ist im IOC kaum Staat zu machen. Da kann sich Gutmensch Oswald noch so über das Machtkonstrukt von Bach mit seinem kuwaitischen Verbündeten Ahmad Al-Sabah echauffieren, an dessen Funktionstüchtigkeit ändert das nichts.

Funktioniert eine Allianz?

Also wäre die einzige Chance eine Zusammenarbeit unter den Gegen-Kandidaten von Thomas Bach. Denn mit einer Aufsplitterung der Stimmen in zuviele Lager wächst die Aussicht auf einen Erfolg des Deutschen mit seiner soliden Basis.

Nur: Wer springt über die Klinge? Wer opfert sich zugunsten von wem? Zu welchem Preis? Gehen die Stimmen aus einem Lager dann wirklich in ein anderes über? Spannende Fragen, die alle am Dienstagnachmittag in Buenos Aires einer Antwort harren. Oder es gibt einen Durchmarsch Bachs. «Es gibt keine solche Allianz!», konstatierte Denis Oswald im Interview. Am Dienstagabend um 17.30 Uhr wissen wir mehr.

Legende: Video Interview mit Denis Oswald abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 09.09.2013.

IOC rügt Oswald

Denis Oswald ist wegen seinen kritischen Äusserungen zur Kooperation zwischen Thomas Bach und seinem kuwaitischen Verbündeten Ahmad Al-Sabah vom IOC gerügt worden. «Ich habe die Aussagen gemacht, ohne darüber nachzudenken», entschuldigte sich Oswald im Anschluss vor den Medien.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Keine Frage, der Anti-D Effekt greift um sich. Da spielt es keine Rolle ob man Stichhaltige Argumente bemühen kann - einfach dagegen. Die Alternativen glänzen auch nicht. Der Oswald z.B. ist hierzulande kaum einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Einfach wieder so ein Verbandsfunktionär die einem im Alltag überhaupt nicht fehlen. Zudem: Blatter Sepplis haben wir schon genug und ja, dieser ist selber auf jeden Fall kein lobenswertes Aushängeschild, im Gegenteil korrupt bis ins Mark.
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  • Kommentar von Petra von Mayerhofen, Rüdesheim
    Und wo drin sind die Schweizer Weltmeister?????? Bitte hier auch darlegen.
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  • Kommentar von Jorge Stein, Chêne-Bougeries
    Die Deutschen sind Weltmeister der (aktiven) Korruption. Wie keine andern kennen sie die Schwachstellen der Menschen. Sie wissen, wem und wann man wie viel zustecken muss. So konnten sie im bereits verarmten Griechenland ihre Tanks und Infrastruktur-Aufträge placieren, via die hohlen Hände korrupter Minister. Korruption ist, neben hervorragender Arbeit, Teil des deutschen Erfolges. Siemens, Kraus-Maffei und die ganze Sportszene sind Hochschulen für Neulinge im Korruptionsgeschäft!
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