Zum Inhalt springen

Header

Video
Riis' grösster Erfolg mit einem faden Beigeschmack
Aus Sport-Clip vom 21.07.2020.
abspielen
Inhalt

1. skandinavischer Tour-Sieger Riis schlägt sie alle, doch die Sache hatte einen Haken

Als erster Skandinavier überhaupt gewann Bjarne Riis 1996 die Tour de France. Später gab er zu, gedopt gewesen zu sein.

Bjarne Riis' Aufstieg zum Tour-de-France-Sieger war ein stetiger Steigerungslauf. Seine ersten drei Teilnahmen zwischen 1989 und 1991 lassen sich unter «ferner liefen» zusammenfassen. 1993 setzte er als Fünfter eine erste Duftmarke, zwei Jahre später schaffte er es als Dritter erstmals überhaupt auf ein Rundfahrten-Podest.

Der grosse Coup gelang dem Dänen aber am 21. Juli 1996, als er im Gelben Trikot in Paris einfuhr. Der Telekom-Captain entschied die Gesamtwertung mit 1:41 Minuten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jan Ullrich für sich.

Bjarne Riis und seine Telekom-Teamkollegen lassen sich 1996 bei der Ankunft in Paris feiern.
Legende: Oben angekommen Bjarne Riis und seine Telekom-Teamkollegen lassen sich 1996 bei der Ankunft in Paris feiern. Keystone

Riis war «voll bis oben»

So schön die Geschichte des ersten skandinavischen Tour-Siegers auch war – Riis' Triumph haftete immer ein Dopingverdacht an. Einerseits, weil sich der Däne quasi aus dem Nichts zu einem ernstzunehmenden Klassementsfahrer entwickelt hatte. Andererseits – und vor allem – aber auch im Nachgang der Tour de France 1998, als der Dopingskandal um Festina aufgedeckt wurde.

Reinen Tisch machte Riis erst 2007, als er an einer Pressekonferenz die Einnahme von Epo einräumte. Ganz freiwillig tat er dies nicht. Zuvor hatte sein ehemaliger Masseur Riis im belgischen Fernsehen mit den Worten «er war voll bis oben» des Dopings bezichtigt.

Tour-Sieg nicht offiziell aberkannt

«Jetzt ist die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen. Ich habe Epo genommen. Das war Teil meines Alltags. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung», räumte der einstige Manager des CSC-Teams schliesslich an einer Pressekonferenz ein und ergänzte: «So war die Zeit nun einmal. Ich war Radsportler zu den Bedingungen, die es damals gab. Ich bin froh, dass die Bedingungen heute nicht mehr so sind.»

Ab 2001 baute Riis das CSC-Team auf, dem ab 2006 auch Fabian Cancellara angehörte.
Legende: Vom Profi zum Teammanager Ab 2001 baute Riis das CSC-Team auf, dem ab 2006 auch Fabian Cancellara angehörte. Keystone

Sein Tour-Sieg von 1996 konnte Riis nicht offiziell aberkannt werden, da zum Zeitpunkt seines Geständnisses die achtjährige Frist dafür bereits abgelaufen war. Die Organisatoren der Tour de France haben den heute 56-Jährigen aber von der Siegerliste gestrichen.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniel Conca  (DCo)
    @AP: Ulrich war ein hoch talentierter Fahrer, nur kein Rundfahrtenfahrer. Das wollten die aus ihm machen und das dies wohl ohne EPO nicht möglich war, versteht sich. Bei Amstrong war das etwas anders; bis auf die (genetisch bedingte) nicht optimale V-Max (Sauerstoffaufnahmevolumen) stimmte da fast alles und insbesondere sein Wille. Aber dafür fehlte die Geduld und der Charakter. Das da Doping im Spiel war, das war jedem, der sich im Ausdauersport auskennt, klar.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Riis ist froh dass es heutenicht mehr so ist mit Doping.....schön wenn es so wäre, denn die Froomes, Bernals Quintanas etc steigen den Berg viel schneller hoch als damals, etc...Riis glaubt wohl an Märchen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von André Piquerez  (Nemesis1988)
      Eigentlich ist es erstaunlich, dass Riis quasi mit dem Tour-Sieg davonkam. Wenn man die Bilder sieht ist es so offensichtlich dass er gedopt war, genauso offensichtlich es bei Lance Armstrong war. Ich glaube jeder der sich im Radsport auskennt muss das schon damals gewusst haben dass die alle massiv gedopt waren. Riis und Jan Ulrich sehen nicht unbedingt aus wie gute Radfahrer. ohne Doping wären die nie aufs Podest gekommen. Froome hingegen sieht ziemlich aus wie ein Modell-Pro-Radfahrer.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Lukas Stähli  (LST)
      Nun, diese Behauptung ist aus der Luft gegriffen und nicht belegbar. Im Gegenteil: Bjarne Riis hält bis heute den Rekord am Berg mit einer Steigrate von über 1800 Höhenmeter in einer Stunde. Weder Froome noch Quintana noch Bernal sind jemals auch nur annähernd an diesen Wert gekommen.
      Im Übrigen ist auch die Durchschnittsgeschwindigkeit über die ganze Tour gesehen im Vergleich zur Zeit eines gewissen L.A. aus den USA ein gutes Stück gesunken...!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Konsequenterweise müsste dann gesagt werden, alle Sportler sind gedopt und alle Flugpassagiere, Autofahrer, Velofahrer, Töfffahrer etc, weil sie heute schneller unterwegs sind als noch um 1920.

      Hoffentlich werden im Radsport die Rennen schneller, wenn die Velos weiterentwickelt werden. Dies hat nun überhaupt nichts mit Doping zu tun. Sogar ich fahre schneller als früher wegen besserem Velo. Sie scheinen Velofahrer zu hassen, deshalb schreiben Sie bei jeder Möglichkeit Ihre Dopingmärchen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen