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Rad 100 Jahre Giro: Marco Pantani – der Pirat

Die Jubiläums-Ausgabe des Giro d'Italia ist eine Hommage an die grossen italienischen Champions. Am Tag der 14. Etappe blicken wir zurück auf die grossen Erfolge des Marco Pantani.

Marco Pantani auf dem Weg zum Giro-Sieg 1998.
Legende: Das erste Mal in rosa Marco Pantani auf dem Weg zum Giro-Sieg 1998. EQ Images

Kaum ein Radprofi der letzten Jahre hat die Spannweite zwischen positiven und negativen Schlagzeilen so sehr ausgefüllt wie Marco Pantani. Seine aggressive Fahrweise gepaart mit unglaublichen Kletterfähigkeiten machten den für sein Kopftuch bekannten Italiener zu einem der populärsten Radprofis der 90er-Jahre.

Eine Überdosis Kokain kostete «il Pirata» Anfang 2004 das Leben. Bis heute ist umstritten, ob es sich bei Pantanis Ableben um einen Freitod handelte.

Legende: Video Marco Pantani – der gefallene Kletterer abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Vom 15.05.2017.

Zuerst die Sternstunde...

Seinen allergrössten Erfolg feierte Pantani 1998 mit den Gesamtsiegen am Giro und der Tour. Er ist damit der bislang letzte Radprofi, dem das Kunststück des Doubles gelang. Im Jahr darauf präsentierte sich Pantani noch stärker, er dominierte den Giro fast nach Belieben. Sein Meisterstück lieferte er schliesslich auf der 15. Etappe ab.

Nachdem ihn Probleme mit der Kette weit zurückgeworfen hatten, startete Pantani im Schlussaufstieg nach Santuario di Oropa eine beeindruckende Aufholjagd, die er mit dem Tagessieg krönte. Das 19. und 20. Teilstück gewann «il Pirata» später in überlegener Manier. Es sollte der letzte sportliche Höhepunkt in Pantanis Karriere sein.

...dann der tiefe Fall

Am Tag danach führte ein zu hoher Hämatokritwert zu seiner Disqualifikation, eine Dopingsperre zog der auffällige Bluttest für Pantani allerdings nicht nach sich. Erst 2001, als bei ihm im Zuge einer Razzia eine Insulinspritze gefunden wurde, sperrte man den Italiener für 6 Monate.

2003 bestritt Pantani mit dem Giro sein letztes Rennen. Neun Monate später wurde er tot in einem Hotelzimmer in Rimini aufgefunden. Ihm zu Ehren wird die 14. Etappe am Samstag in Oropa, dem Ort seiner grössten Sternstunde, enden.

Sendebezug: Radio SRF 3, Bulletin von 17:30 Uhr, 19.05.17

11 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Hofstetter (hofi)
    Marco Pantani war ein ganz Grosser: Sowohl im Bergauffahren wie auch im freien Fall. Dennoch: R.I.P.
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    1. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      Vielen Dank Christian Hofstetter, dies ist ein treffender Kommentar. Allerdings hatte Marco Pantani beim Sport zahlreiche Schulterklopfer, beim freien Fall war er dann alleine.
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  • Kommentar von Silvio Silla (Silla)
    Lieber Herr Oberlehrer, nur wir beide sind keine Idole. Idole braucht es, sie werden von Jugendlichen und Fans bewundert. Viele Jungs und Mädels werden stark und und wollen so werden wie ihre Idole. Kommt es zum Absturz kann die Entäuschung sehr gross sein. Also kommen sie nicht mit Zuckerlimonade und Esspresso, wenn es um sportliche Erungenschaften, viel Training und Verzicht auf vieles geht. Keine Steine auf Radprofis, nur Gerechtigkeit auf saubere Sportler .
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    1. Antwort von René Ruf (RenéR)
      Koffein als Aufputschmittel stand auf der Dopingliste. Allerdings führte dies in kleineren Mengen zu keiner Sperre. Wird aber "natürlich" gerne bei Hobbysportlern zu sich genommen. Punkto Interesse der Radsportfteunde liegen sie daneben. Gewiss wird im Radsport leider noch gedopt. Aber die Blütezeit bzw. die Zeit der grossen Skandale liegt im Radsport schon relativ weit zurück.
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    2. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      Werter Silvio Silla, Sie verstehen anscheinend nicht, was Leistungssteigerung ist und was ich ausdrücken will. Nur die Leistungssteigerung wird beim professionellen Sport angestrebt. Der Sport hat den Zirkus aus früheren Zeiten abgelöst, wobei panem et circenses schon im alten Rom etwas für die intellektuell etwas einfacher Strukturierten war. Bitte vergessen Sie also die Sportler als Idole für die Jugend. Idole sind etwas für Ideologien. Sport sollte Körperkultur sein, wie das Zähneputzen.
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    3. Antwort von J. Oberlehrer (basisDEMOKRAT)
      Ansonsten wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag mit passendem Wetter für Sport und Körperkultur. Danke - auch wenn wir offensichtlich verschiedener Meinung sind, was den Spitzensport betrifft - dass Sie sich für den Sport engagieren. Sport ist wichtig für die Volksgesundheit (physisch und psychisch). Bejubelte (Spitzen-)Sportler sind wichtig für Kommerz, Unterhaltung und die allgemeine Volksverdummung.
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  • Kommentar von Franz Huber (R.)
    Na ja, mir fällt jetzt gerade Keiner ein, der seinerzeit irgendein wichtigeres Rennen gewinnen konnte, und nicht früher oder später auch mit unerlaubten Mitteln im Körper erwischt wurde. Trotz der laschen Kontrollen die damals vorherrschten.
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