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Rad Froome wehrt im Zeitfahren die letzten Angriffe ab

Chris Froome steht vor seinem 4. Gesamtsieg an der Tour de France. Auf der zweitletzten Etappe wurde der Brite Dritter. Stefan Küng verpasste einen Podestplatz im Zeitfahren von Marseille knapp.

Leader Chris Froome, der das 22,5 Kilometer lange Zeitfahren in Marseille als letzter in Angriff nahm, wurde von den Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen. Doch der Brite liess sich davon nicht beeinflussen und wurde seiner Favoritenrolle einmal mehr gerecht.

Der Sky-Captain, von den verbliebenen Gesamtsieg-Kandidaten der beste Zeitfahrer, beendete die zweitletzte Etappe auf Rang 3 und baute den Vorsprung auf seinen ersten Verfolger auf 54 Sekunden aus. Damit fährt Froome am Sonntag seinem 4. Tour-de-France-Triumph nach 2013, 2015 und 2016 entgegen.

Legende: Video «Bardet beisst, Froome fliegt» abspielen. Laufzeit 0:47 Minuten.
Vom 22.07.2017.

Romain Bardet zog hingegen einen schlechten Tag ein und musste seinen 2. Gesamtrang an Rigoberto Uran abtreten. Im Ziel sagte er, dass er sich beim Aufwachen krank gefühlt habe. Den 3. Rang im Gesamtklassement konnte der Franzose gegenüber dem Spanier Mikel Landa um eine Sekunde denkbar knapp verteidigen – doch am Schlusstag wird nur das «Maillot jaune» nicht angegriffen, weshalb Bardet am Sonntag wohl noch einmal kämpfen muss.

Das Gesamtklassement:

  • Chris Froome (Gb) 83:55,16 Stunden
  • Rigoberto Uran (Kol) +54 Sekunden
  • Romain Bardet (Fr) +2,20 Minuten
Legende: Video «Stefan Küng: «War unsicher vom Pacing her»» abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Vom 22.07.2017.

So lief die Etappe:

Stefan Küng, der sich nach Rang 2 zum Tour-Start einen weiteren Podestplatz zum Ziel gesetzt hatte, konnte nicht um den Tagessieg mitreden. Am Ende reichte es dem Ostschweizer zu Rang 9, auf Tagessieger Maciej Bodnar büsste er 34 Sekunden ein.

Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin verpasste das Podest als Vierter knapp. Geraint Thomas, der Sieger des Auftaktzeitfahrens in Düsseldorf, musste nach dem Sturzfestival auf der Königsetappe aus der Tour aussteigen.

Das Podest der 20. Etappe:

  • Maciej Bodnar (Pol) 28,15 Minuten
  • Michal Kwiatkowski (Pol) +1 Sekunde
  • Chris Froome (Gb) +6 Sekunden

So geht es weiter:

Am Sonntag steht zum Abschluss der 104. Tour de France das 103 Kilometer lange Schlussstück von Montgeron nach Paris an. Froome darf die Triumphfahrt zum Prachtboulevard Champs-Elysées geniessen und traditionell mit einem Glas Champagner anstossen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.7.2017, 14:30 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von René Ruf (RenéR)
    In der heutigen Schlussetappe gilt das ungeschriebene Gesetz nicht nur gegenüber dem Maillot jaune, sondern auch den Top-Fahrern im Gesamtklassement. Bardet könnte seinen 3.Rang nur durch einen Defekt oder Sturz (vor den letzten 3km) verlieren. Ev. gibts heute schon weit vorher eine Neutralisation betr. Gesamtklassement.
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Also wär ich Uran od. Bardet, würde ich, ungeschriebenes Gesetz hin oder her, voll auf Tutti gehen & Froom angreifen. So ist die letzte Etappe keine Etappe, sondern nur eine Show für Sponsoren.
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    1. Antwort von René Ruf (RenéR)
      Sollte ein Spitzenfahrer mit einer kleinen Gruppe das Maillot jaune angreifen.... Dies ist völlig aussichtslos. Das Team Sky würde sofort reagieren. Zudem würden sie auch von den Sprinterteams unterstützt werden. Mit einer solchen Aktion schaffen sie sich nur "Feinde".
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  • Kommentar von markus kohler (nonickname)
    So, die stinklangweilige Tour ist vorbei. Froome hat keine Etappe gewonnen, kaum je Initiative gezeigt, aber das reicht trotzdem. Das spricht vor allem gegen die gesamte Konkurrenz. Küng zeigte heute eine anständige Leistung, aber brilliert hat kein Schweizer. Im Moment hat es 2 Zukunftshoffnungen mit Küng und Dillier, der Rest ist abgesehen von Albasini, der ab und zu etwas zeigen kann, bestenfalls unteres Mittelmass.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Sie haben wohl so ziemlich nichts begriffen vom modernen Radsport. Neben Küng haben auch zumindest Schär, Wyss und Frank sehr gute Arbeit für ihre jeweiligen Team-Leader geleistet. Es geht nun mal nicht bei allen Teams ums gleiche Ziel. Nicht jeder erhält die Freiheit um Etappensiege zu kämpfen.
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    2. Antwort von markus kohler (nonickname)
      Frank war in den ersten 2 Wochenschwach unterwegs, in der letzten Woche hat er seine Arbeit einigermassen erledigt. Wyss sah man wenig und für wen Schär gefahren ist nachdem Porte ausfiel, ist unklar. Seit den 90er Jahren gab es immer Spitzenfahrer aus der Schweiz, momentan sieht es aber nicht besonders gut aus, insbesondere, da kein Schweizerteam mehr existiert.
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