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Rad Fuentes erhält ein Jahr Gefängnis auf Bewährung

In der Doping-Affäre um den umstrittenen Arzt Eufemiano Fuentes haben die Richter in Madrid ein Urteil gesprochen: Der Spanier wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und 4-jährigem Berufsverbot verurteilt. Die Liste der möglichen Fuentes-Kunden bleibt aber unter Verschluss.

Legende: Video Rad: Eufemanio Fuentes zu bedingter Gefängnisstrafe verurteilt abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Vom 30.04.2013.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fuentes die Gesundheit seiner Patienten gefährdet hat. Der Sportmediziner und Gynäkologe hatte vor allem Radprofis beim Eigenblutdoping unterstützt. Nach spanischem Recht muss Fuentes aber nicht ins Gefängnis. Haftstrafen von bis zu 2 Jahren werden in der Regel zur Bewährung ausgesetzt. Fuentes kann innerhalb von 10 Tagen Einspruch einlegen.

Freisprüche für Saiz und Co.

4 Monate auf Bewährung und 4 Monate Berufsverbot erhielt der Mitangeklagte Jose Ignacio Labarta. Freigesprochen wurden Fuentes´ Schwester Yolanda sowie die früheren Teamchefs Manolo Saiz und Vicente Belda.

Kundenliste bleibt unter Verschluss

Das Madrider Gericht entschied zudem, dass die Liste der Fuentes-Kunden nicht freigegeben wird. Vor allem die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte gehofft, dadurch Dopingsünder nachträglich überführen zu können. Die Richterin ordnete des weiteren an, die bei Fuentes sichergestellten Computerdaten zu vernichten.

Chance zur Aufklärung verpasst

Mit dem Urteil zog das Madrider Gericht zwar vorläufig einen Strich unter die Affäre, die durch die «Operación Puerto» im Vorfeld der Tour de France 2006 ausgelöst worden war. Im Zuge der Razzia durch die Guardia Civil und den nachfolgenden Untersuchungen wurden zahlreiche beschriftete Blutbeutel und damit ein weitläufiges Doping-Netzwerk, das weit über den Radsport hinausreichte, aufgedeckt.

Durch den Entscheid, die Fuentes-Daten unter Verschluss zu halten, verpassten es die spanischen Richter aber, die Basis für eine lückenlose Aufklärung der Affäre zu legen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    Jetzt muss eine Reaktion der restlichen Sportwelt kommen. Die spanische Justiz hilft das grösste bekannte Dopingsystem zu schützen, indem Beweismittel vernichtet werden. Das ganze war ein billiger Show-Prozess und Fuentes erhielt eine Pseudostrafe. Am meisten Wirkung hätte nun eine Sperre im Fussball, ein Ausschluss aus allen europäischen Clubwettbewerben und ein Ausschluss der spanischen Nati vom internationalen Parkett. Leider wird gar nichts passieren. Wozu gibt es überhaupt Dopingtests?
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    1. Antwort von Stefan De Pizzol, St. Gallenkappel
      Sie sprechen mir zwar aus der Seele aber ich denke kaum, dass irgendwelche Verbände wirklich einen sauberen Sport wollen, eher einen Sport ohne Eklate. Traurig... :(
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Super und nun ist der verseuchte spanische Sport wieder sauber. Nach Angaben von Fuentes sind seine "Kunden" nur zu 30% Radfahrer. Am besten, wenn Spanien schon keine Aufklärung dieses Falles will, alle spanischen Sportler sperren. Keiner weiss, welcher "sauber" ist, und die span. Behörden decken noch die schwarzen Schafe. Hauptsache man kann im Sport glänzen, auch wenn es beschiss ist, wenn der ganze Staat am Tropf hängt. Peinlich.
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    1. Antwort von Johny Nagel, Zürich
      Waren den da nicht auch Ausländer (Armstrong...) im Spiel?
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