Jolanda Neff, die Schnellstarterin

Mit ihren erst 21 Jahren überragt Mountainbikerin Jolanda Neff im Cross-County-Weltcup bereits alle. Als jüngste Siegerin der Overall-Wertung seit je hat sie neue Massstäbe gesetzt. Um den WM-Titel bei der Elite wird sie aber nicht mitfahren können.

Jolanda Neff bei einer Abfahrt auf steinigem Untergrund.

Bildlegende: Fest im Sattel Jolanda Neff fährt im Weltcup aktuell in einer eigenen Liga. Keystone

Für Neff hörte der Weltcup so auf, wie er vor etwas mehr als vier Monaten in Pietermaritzburg angefangen hatte. Auch in Méribel war das hoffnungsvolle Ostschweizer Talent nicht zu bremsen. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg unterstrich Neff ihre Dominanz eindrücklich. «Dabei hätte ich gar nicht mehr antreten müssen», sagte sie hinterher mit einem Augenzwinkern.

Denn zwischen den Stationen in Südafrika und im französischen Skiort gewann die 21-Jährige auch in Mont Sainte-Anne (Ka). In den vier anderen Rennen klassierte sie sich ebenfalls ausnahmslos in den Top 10. Deshalb durfte sie bereits vor dem Finale in Méribel die Gratulationen für den Triumph im Gesamt-Weltcup entgegennehmen.

10 Jahre Vorsprung auf Blatter

Nach dem Rennen ist Jolanda Neffs Gesicht ganz schmutzig.

Bildlegende: Gezeichnet Aber meist mit einem Sieger-Lächeln unterwegs. Keystone

So jung war vor ihr weltweit keine andere Athletin mit ähnlicher Konstanz unterwegs. Neff ist nach dem Matura-Abschluss letzte Saison ins Profilager eingestiegen, schon im Jahr 2013 belegte sie Platz 6 in der Overall-Wertung. Eine Teilnahme als Novizin bei den Olympischen Spielen in London kam darum nicht infrage, weil Neff im Selektionskonzept noch nicht vorgemerkt worden war.

Nach Nino Schurter (2012/13) stellt das Land mit Neff 2014 erneut einen Gesamt-Weltcupsieger im Mountainbike. Seit der letzten Schweizerin diese Ehre zuteil kam, sind 13 Jahre vergangen. Barbara Blatter war damals aber bereits 31-jährig. Neff wird also zurecht als Schnellstarterin bezeichnet. Schnelle Starts und ihre Tempofestigkeit sind auch im Rennen ihre Merkmale.

Zurückstufung für die WM

Die Rheintalerin fährt seit ihrem 6. Altersjahr Mountainbike. Markus Neff, ihr Vater und erster Förderer, ist nach wie vor ihr Coach.

Stargast Robbie Williams geht bei den Credit Suisse Sports Awards 2013 vor Jolanda Neff auf die Knie.

Bildlegende: Geküsst Bei den Credit Suisse Sports Awards 2013 hatte Neff eine spezielle Begegnung mit Robbie Williams. EQ Images

Gemeinsam peilen die beiden nun die WM von Anfang September in Hafjell an. Gemäss Reglement darf Jolanda Neff in Norwegen aber nur in der U23-Kategorie an den Start gehen. «Etwas schade» findet sie diese Einschränkung schon. «Denn ich hätte wohl auch bei der Elite um den Titel mitkämpfen können», glaubt sie. Stattdessen möchte sie beim Nachwuchs nun zum 3. Mal in Folge Gold erobern. Es geht also darum, so weiterzufahren, wie sie zuletzt aufgehört hat.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 24.08.14 18:15 Uhr

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Neff siegt auch beim Weltcup-Finale

2:30 min, aus sportpanorama vom 24.8.2014