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Rad Marcel Wyss nach Demoitié-Unfall: «Es darf nicht so weitergehen!»

Am Sonntag verunfallte der Belgier Antoine Demoitié beim Eintagesrennen Gent-Wevelgem tödlich. IAM-Profi Marcel Wyss fordert mehr Sicherheit im Radsport.

Legende: Video Mehr Sicherheit für Radprofis abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.03.2016.

Am Sonntag stürzte der belgische Radprofi Antoine Demoitié auf der Strecke Gent-Wevelgem und kollidierte anschliessend mit einem Motorrad aus dem Begleittross. Demoitié überlebte den Zusammenstoss nicht. Zur anfänglichen Trauer über das Geschehene gesellten sich bei den Fans und den anderen Profis rasch Fassungslosigkeit und Wut. Das allgemeine Fazit: Im Radsport muss die Sicherheit erhöht werden. Das sieht auch der Schweizer Radprofi Marcel Wyss so.

  • Passieren solche Vorfälle mit Motorrädern häufig?
    «Immer mehr, leider. Das liegt wohl daran, dass der Stress stetig steigt. Es hat immer mehr Zuschauer, mehr Verkehrsinseln.»
  • Sollen die Regeln für Motorräder verschärft werden?
    «Es darf so nicht weitergehen! Es ist schon zu viel passiert. Es müssen Sicherheitsmassnahmen getroffen werden, die Motorradfahrer der Begleittrosse besser geschult werden. Nicht jeder sollte diese Arbeit ausführen können.»
  • Wie müssen die Motorradfahrer ihr Verhalten ändern?
    «Wir Fahrradfahrer sind in einer Rennsituation. Wir achten vor allem auf die Konkurrenz. Dabei kann es vorkommen, dass wir ruckartige Bewegungen – wie einen Schlenker – machen. Die Motorräder müssen dann, wie im Strassenverkehr auch, reagieren können.»
  • Was dachten Sie, als Sie vom Todesfall von Antoine Demoitié gehört haben?
    «Das könnte auch ich sein. Ich spürte tiefe Trauer. So wird einem wieder bewusst, wie gefährlich das Radfahren ist.»
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen kritischen Situationen gemacht?
    «In Spanien wollte uns ein Motorradfahrer in einer Abfahrt überholen. Er fuhr zu nahe an mir vorbei und streifte mich. Man kann sich ja vorstellen, was passieren könnte, wenn man bei 70 km/h zu Fall kommt.»
Legende: Video Wyss: «Es darf nicht so weitergehen» abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.03.2016.

Sendebezug: SRF 1, Tagesschau, 28.03.2016, 19:30 Uhr

Marcel Wyss

Marcel Wyss ist 29 Jahre alt und seit 2009 Radprofi. Er kommt aus Langnau und fährt momentan für IAM.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Ray S., Brig
    Es fahren meiner Meinung nach zu viele Töffs, etc. mit, immer wieder auch welche die überhaupt keine Funktion erfüllen, zumindest ist nicht sichtbar was die da machen. Dass nicht jeder mitfahren darf, wäre daher sicher ein Ansatz. Vor allem wenn sogar Kamera-Töffs Windschatten bieten und den nötigen Abstand nicht einhalten. Was aber auch noch ein grosses Problem ist, sind die Zuschauer die sorglos in der Strasse stehen oder mit dem Rücken zum Geschehen Selfies machen. Es muss etwas passieren.
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  • Kommentar von Nick Hasler, thun
    Sehr gutes Interview! Sympatischer Typ dieser Marcel Wyss
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  • Kommentar von Hans Andres, Frick
    Wer Risiken eingeht, der muss mit dem Unfallrisiko leben. Zumal die Velofahrer sich selbst wohl um einiges mehr gefährden als ihnen von den Töfffahrern droht. Wir haben letztes Jahr diverse gefährliche Stürze gesehen, ausgelöst durch die Rennfahrer selbst. Oder will man Sicherheitsabstände einführen? N.B: In der Schweiz nennt man Motorräder Töffs. Und SRF ist doch ein Schweizer Sender, oder?
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    1. Antwort von Karl Müller, Düdingen
      Da beisst sich der Hund in den eigenen Schwanz. Im Prinzip bräuchte es weniger Mfz, doch der Kommerz verlangt nach Werbung, und diese muss man mit unzähligen Kameras auf den Bildschirm bringen. Dazu kommen die Unmenge an Verkehrspolizisten, welche von einem Hindernis zum nächsten hetzen müssen, die Mannschaftsleiter mit ihren Fz und, und, und... Weniger brächte mehr Sicherheit.
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    2. Antwort von Bruno Froehlich, Pego / Spanien
      Radrennfahrer sind sich des Risiko bewusst, dieses kannten schon Kuebler und Koblet, wurden aber nicht von einer Meute begleitender Motorraeder, viel riskierenden Motorradfahrern bedraengt. Komisch Ihr Kommentar, nationalistische Wortwahl Ihnen wichtieger als Menschenleben. Ihren Toeff versteh wer will ;-(
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    3. Antwort von Stefan Arnold, Unterschächen
      Das ich nicht lache die Motoradfahrer sind sicher auch keine Engel im Gegenteil hebe 30 Jahre auf der Strasse gearbeitet ,weis von was ich rede.
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