Martial Saugy wehrt sich gegen Vorwürfe

Martial Saugy, Chef des Doping-Analyse-Labors in Lausanne, hat sich vehement gegen den Vorwurf gewehrt, den Schlüssel für den EPO-Nachweis an das frühere US Postal Team um Lance Armstrong weitergeleitet zu haben.

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Saugy wehrt sich gegen Anschuldigungen

1:25 min, vom 11.1.2013

«Die Antwort auf die Frage, ob ich Lance Armstrong verraten habe, wie man EPO nachweist, ist klar nein», sagte Saugy an einer Medienkonferenz in Lausanne. Er gab aber zu, dass er sich vor rund einem Jahrzehnt mit Armstrong getroffen habe. Dies sei schon länger bekannt, so Saugy. Zudem sei es auf Anweisung der Radsportweltverbandes UCI erfolgt.

Travis Tygart, Präsident der amerikanischen Antidoping-Agentur USADA, hatte in der Sendung «60 Minutes Sports» eines US-TV-Senders gesagt, Saugy habe Lance Armstrong 2001 verraten, wie man EPO nachweist. Dies habe dieser 2010 zugegeben.

Treffen mit Armstrong auf UCI-Geheiss

Bereits im Mai 2011 hatte sich Saugy in einem Interview gegenüber der «NZZ» zu besagtem Treffen mit Armstrong geäussert: «In diesem Zusammenhang kam der Radsport-Weltverband UCI auf mich zu und sagte, ich solle auch der Leitung von Armstrongs Team US Postal die Methode darlegen. Sie wollte wissen, was das bedeute, wenn ich auf suspekte Proben aufmerksam mache.»

Im letzten Oktober hatte Saugy bereits öffentlich gemacht, dass ein Doping-Test von Armstrong an der Tour de Suisse 2001 ein verdächtiges Resultat ergeben habe. Gleichzeitig sagte er aber auch, dieser Test hätte niemals als positiv qualifiziert werden können - weder damals noch heute.

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Interview mit Martial Saugy (französisch)

1:12 min, vom 11.1.2013