Mathias Frank: «Das Schicksal meint es nicht schlecht mit mir»

Mathias Frank hat eine bewegende Woche mit dem 2. Gesamtrang an der Tour de Suisse beendet. Damit konnte er nicht ganz den perfekten Schlusspunkt setzen. Aber schon am Montag dürfte beim Luzerner Radprofi die Zufriedenheit überwiegen.

Die 78. Tour de Suisse ist für Mathias Frank zu einem Wechselbad der Gefühle geworden. Sportlich wie privat war es für den 27-Jährigen ein Auf und Ab mit der kompletten Bandbreite an Emotionen.

Am Montag schenkte ihm seine Frau im Berner Inselspital eine Tochter. Der Geburt von Laura waren allerdings Komplikationen voraus gegangen, der Radprofi pendelte zwischen Krankenhaus und der Rundfahrt. «Bis Anfang Woche war ich mit dem Kopf nur bei meiner Familie und habe in der Nacht kaum geschlafen», sagt er im Nachhinein, «dass ich überhaupt wieder an den Start gegangen bin, war ein gemeinsamer Bauchentscheid von meiner Frau und mir.»

Schon schweifen die Gedanken wieder ab

Mittlerweile hat Frank die Torturen überstanden und als Gesamtzweiter sogar sein bestes Tour-de-Suisse-Ergebnis herausgefahren. Bis 3 Kilometer vor dem Ziel schien sogar der ganz grosse Coup möglich. «Allzu gerne hätte ich diesen Sieg geholt und ihn meiner Tochter gewidmet.» Doch am Schluss musste der Innerschweizer eben eingestehen, dass mit Rui Costa «einer noch stärker war».

Frank lobte sein Team für eine taktisch sehr reife, clevere Leistung. «Klar legt man sich vorgängig im Bus eine ausgeklügelte Strategie zurecht, geht dann auf die Strasse raus, und nicht selten kann man 10 Minuten später die Pläne wieder über den Haufen werfen», erklärte der IAM-Cycling-Fahrer. Dann fügte er an: «Doch heute ist vieles optimal gelaufen für uns.»

Je länger Frank sich nun an den 2. Rang wird gewöhnen können, desto grösser werden sein Stolz und seine Zufriedenheit darüber sein. «Denn schliesslich meint es das Schicksal nicht schlecht mit mir, mit uns.» Und schon hat er seine Gedanken wieder bei seiner Familie, die er nun in den nächsten Tagen endlich ausgiebig wird geniessen können.

Rui Costa

Bildlegende: Synchroner Siegerkuss Rui Costa sicherte sich den Tages- sowie den Gesamtsieg und verdiente sich eine doppelte Belohnung. Keystone

Eine Liebeserklärung an die Schweiz

Nur Gesamtsieger Rui Costa war in diesen Minuten - in sportlicher Hinsicht - noch etwas erfüllter. Auch er fühlte sich bei seinem Triumph an der Tour de Suisse von einer starken Mannschaft getragen. Weil er sich nun schon zum 3. Mal in Folge den Sieg sichern konnte, erklärte er die Schweizer Landesrundfahrt kurzerhand zu seinem Lieblingsrennen.

Dass der Portugiese erstmals seit seinem WM-Titel im Herbst in Florenz wieder einen Sieg erringen konnte, war für ihn wichtig. «Aber die grössere Bedeutung hat für mich, dass ich hier nun zum 3. Mal ganz oben stehe.»

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Zusammenfassung Tour de Suisse

3:38 min, vom 22.6.2014

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