«Mein vielleicht verrücktestes Rennen»

Eine Woche nach ihrem EM-Titel hat Jolanda Neff auch im Weltcup wieder zugeschlagen: Die 22-jährige Ostschweizerin setzte sich im kanadischen Mont-Sainte-Anne durch. Dies obwohl sie wegen eines plötzlichen Blackouts gar nicht starten wollte. Nino Schurter komplettierte den Schweizer Triumph.

Video «Mountainbike: Weltcup in Mont-Sainte-Anne (Ka)» abspielen

Neff gewinnt 4. Cross-Country-Weltcup-Rennen

2:17 min, aus sportaktuell vom 2.8.2015

Neff lag beim prestigeträchtigsten Weltcup-Rennen der Saison bereits nach der 1. Runde weit vor der Konkurrenz und behauptete ihre Führung souverän. Trotz Schwierigkeiten auf der letzten Abfahrt nahm sie Lokalmatadorin Catharine Pendrel am Schluss gut eine halbe Minute ab, die drittklassierte Pauline Ferrand-Prévot (Fr) büsste über eine Minute ein.

Fatales Blackout am Morgen

Dabei wollte die Weltcup-Leaderin eigentlich auf den Start verzichten. Am Morgen, als sich Neff nach dem Aufstehen in der Unterkunft mit ihrem Vater hatte unterhalten wollen, sei sie ohne Anzeichen umgefallen, mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen und nach eigenen Aussagen «wohl 30 Sekunden lang bewusstlos gewesen».

«Verrücktestes Rennen»

Ausser einer Beule am Kopf war der Europameisterin äusserlich nichts anzumerken, sehr wohl aber ihrem ansonsten so sicheren Fahrstil. «Ich bin in jeder Runde gestürzt, auch an Stellen, die sonst kein Problem sind», erzählte Neff, die sich trotz Zweifeln zum Start entschieden hatte, aufgewühlt. Am Ende sprach Neff vom «vielleicht verrücktesten Rennen, das ich jemals gefahren bin».

Video «Mountainbike: Cross-Country-Weltcup der Männer in Kanada» abspielen

Souveräner Sieg von Schurter

1:04 min, vom 3.8.2015

Schurter unangefochten

Auch das Männer-Rennen endete mit einem Schweizer Sieg. Nino Schurter setzte sich vor Julien Absalon (Fr) und Florian Vogel durch. Es war im 4. Anlauf der 1. Saisonsieg des Bündners. Den entscheidenden Angriff startete der dreifache Weltmeister in der letzten von sechs Runden.

Dank Ralph Näf (4.), Mathias Flückiger (6.) und Lukas Flückiger (7.) kamen 5 Schweizer in die Top-7.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 2.8.15, 18:55 Uhr