Monument-Premiere für Jungprofi Küng

Am Sonntag bestreitet Stefan Küng mit Paris - Roubaix seinen ersten grossen Rad-Klassiker. Zuvor ist der 21-jährige Thurgauer noch nie ein Rennen über 250 Kilometer gefahren. Einfach «nur mitfahren» will der Neo-Radprofi dennoch nicht.

Stefan Küng ballt nach seinem Sieg beim Limburg Classic die rechte Faust.

Bildlegende: Debüt in der «Hölle» Stefan Küng. EQ Images

«Wenn sich eine Chance bietet, will ich sie packen», erklärte Küng vor seinem ersten Klassiker selbstbewusst. Das Selbstvertrauen des 21-jährigen Thurgauers, der bei BMC seine erste Profisaison bestreitet, kommt nicht von ungefähr.

Vor knapp 10 Tagen fuhr der Jungprofi im abschliessenden Zeitfahren bei «Drei Tage von De Panne» hinter Bradley Wiggins auf den starken 2. Platz. Nur zwei Tage später durfte der Jungprofi bei der Limburg Classic nach einer fast 20 Kilometer langen Soloflucht seinen ersten Profisieg bejubeln.

Nach dem Infekt zur Topform

Der Auftakt in seine erste Strassensaison verlief jedoch nicht von Beginn weg wunschgemäss. Nach dem Gewinn der Goldmedaille an der Bahn-WM im Februar wurde Küng durch eine virale Infektion der Atemwege zurückgeworfen. Umso mehr erstaunt es, dass sich der sechsfache U23-Europameister bereits jetzt in einer beneidenswerten Frühform befindet.

Vom Neuling zum Leader?

Zweimal hat Küng den Pavé-Klassiker bisher bestritten, einmal als Junior, dann als Nachwuchsfahrer der U23-Kategorie. Seither liebt er das Rennen in der «Hölle des Nordens», geht aber auch mit dem nötigen Respekt an sein Klassiker-Debüt bei den Profis heran: «Es ist mein erster grosser Klassiker, ich kann ohne Druck losfahren. Aber ich muss mich auch nicht verstecken.»

Nominierter Leader im BMC-Team, in dem neben Küng mit Michael Schär, Silvan Dillier und Danilo Wyss drei weitere Schweizer unter Vertrag stehen, dürfte wohl der Belgier Greg van Avermaet sein. «Ich werde eher in der Rolle des Helfers sein, aber das ist auch gut so für mich», sagte Küng.

Küng: «Sage nicht nein»

Der 21-Jährige wird so voll in den Dienst des Teams stellen, sollte sich ihm aber eine Gelegenheit bieten, dann will er diese auch beim Schopf packen. «Sobald ich eine Nummer auf dem Rücken habe, weckt es den Rennfahrer in mir. Wenn sich die Chance ergibt, sage ich nicht nein.»

Sendebezug: Radio SRF 1, Nachmittagsbulletin, 11.4.15, 17:10 Uhr

TV-Hinweis

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Verfolgen Sie den Klassiker Paris-Roubaix am Sonntag ab 13:30 Uhr live auf SRF zwei oder im Stream auf srf.ch/sport.