Neff und Schurter: Zwei Masterpläne für Rio

Wenn am Wochenende die Weltcupsaison im Cross-Country losgeht, wird der Schweizer Fokus vor allem auf Nino Schurter liegen. Jolanda Neff verzichtet auf das erste Rennen in Cairns. Aus gutem Grund.

Nino Schurter und Jolanda Neff auf einem zweigeteilten Bild, beide während einem Mountainbikerennen

Bildlegende: Nino Schurter und Jolanda Neff Er setzt nur aufs Mountainbike, sie versucht sich auch auf der Strasse. EQ Images

Als Titelverteidiger treten sie beide an. Sowohl Nino Schurter als auch Jolanda Neff haben sich in der abgelaufenen Saison den Gesamtweltcup im Cross Country gesichert. Intakte Chancen, diesen verteidigen zu können, hat aber wohl nur Schurter. Der Fokus von Neff hat sich im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio verschoben.

«Der Weltcup ist in diesem Jahr nicht mein Hauptziel», stellt die Rheintalerin klar. Ihre Planung ist auf den Doppelstart in Rio ausgerichtet, wo sie neben ihrer angestammten Disziplin auch im Strassenrennen an den Start geht.

Strassen-Ambitionen angemeldet

Abstriche für dieses ambitionierte Ziel nimmt Neff bewusst in Kauf. Sie wird am Wochenende nicht nur in Australien fehlen, sondern auch im August in Mont-Sainte-Anne. So verbleiben lediglich vier Weltcup-Termine in ihrem Kalender. Der dritte Gesamtweltcup in Folge dürfte für die 23-Jährige daher kein Thema sein.

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Neff gewinnt den Swiss Cup

4:52 min, aus sportpanorama vom 17.4.2016

Zu den Anwärterinnen auf den einen oder anderen Tagessieg darf man Neff trotzdem zählen. Vor Wochenfrist hatte sie ihre gute Form am Swiss Cup in Buchs unter Beweis gestellt. Und auch auf der Strasse hat die Ostschweizerin ihre Ambitionen in diesem Frühling angemeldet. So beendete sie jedes der vier Rennen, welches sie bestritten hat, in den Top 15. Ende März schaffte sie bei der Trofeo Alfredo Binda als Dritte gar den Sprung aufs Podest.

Schurter oder Absalon?

Während Neff dem Weltcupauftakt in Cairns fernbleibt, weilt Schurter bereits seit einer Woche in Australien. Der Bündner blickt auf eine optimale Vorbereitung zurück und dürfte aufgrund des Streckenprofils schon beim Saisonstart am Wochenende ganz vorne mitmischen.

Der französische Altmeister Julien Absalon wird Schurter nicht nur den Gesamtsieg streitig machen wollen, sondern gilt auch an der WM in Nove Mesto Ende Juni und an den Olympischen Spielen als ärgster Konkurrent des Schweizers.

Auch Sagan sattelt um

Gespannt sein darf man auf den sich abzeichnenden Mountainbike-Abstecher von
Strassenweltmeister Peter Sagan. Der Slowake tritt zwar vorerst nicht im
Weltcup an, soll aber bei kleineren Rennen in Österreich und Tschechien
am Start sein. Dieser temporäre Disziplinenwechsel deutet zumindest auf
einen olympischen Hintergedanken des 26-Jährigen hin.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 17.04.2016, 18:15 Uhr