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Rad Pantani und Ullrich bei Tour de France 1998 gedopt

Gesamtsieger Marco Pantani (It), der Zweite Jan Ullrich (De) und mindestens 16 weitere Fahrer haben während der Tour de France 1998 mit EPO gedopt. Das geht aus einem Bericht der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats hervor.

Legende: Video Schwarzes Doping-Kapitel der Tour de France («sportaktuell») abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Vom 24.07.2013.

Grundlage des Berichts der Senats-Kommission waren Doping-Proben der Tour 1998, die im Jahr 2004 anhand neuer Testverfahren überprüft worden waren. In dem Bericht werden die Identifikations-Nummern dieser Proben genannt, welche französische Medien den Fahrern zuordnen konnten. Ähnlich waren bereits die 6 positiven Proben von Lance Armstrong bei der Tour 1999 entschlüsselt worden.

Neben dem 2004 verstorbenen Marco Pantani und Jan Ullrich wurden weitere prominente Fahrer als Doping-Sünder identifiziert, etwa Ex-Weltmeister Mario Cippolini (It), der frühere deutsche Sprintstar Erik Zabel und der Franzose Laurent Jalabert.

Keine Auswirkungen auf Resultate

Die neusten Enthüllungen hätten keinerlei Einfluss auf die vor 15 Jahren erzielten Resultate, sagte Senatssprecher Jean-Jacques Lozach. Er betonte, dass nicht nur der Radsport betroffen ist: «Es geht um Doping in allen Sportarten.»

«Festina-Skandal-Tour»

Dass zahlreiche Fahrer bei der Tour de France 1998 endgültig als Doper enttarnt sind, kann nicht überraschen: Die Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt vor 15 Jahren galt als «Skandal-Tour». Beim Festina-Team waren hunderte EPO-Ampullen gefunden worden; das Team mit den Schweizern Alex Zülle, Armin Meier und Laurent Dufaux wurde ausgeschlossen.

Zudem haben viele Fahrer nach ihrem Rücktritt gestanden, während ihrer Karriere gedopt zu haben. «Die 90er-Jahre waren in Sachen Doping ein Massaker, wir Fahrer haben keinen Ausgang gefunden», gestand der heute 46-jährige einstige Publikumsliebling Jacky Durand, der ebenfalls auf der Liste steht.

Roland Meier «verdächtig»

Keine positive, aber eine verdächtige Probe lieferte den Medienberichten zufolge mit Roland Meier ein Schweizer ab. Der Zürcher hatte die Tour auf dem 7. Gesamtrang beendet.

Fahrer mit einer positiven Probe
Andrea Tafi, Erik Zabel, Bo Hamburger, Laurent Jalabert, Marcos Serrano, Jens Heppner, Jeroen Blijlevens, Nicola Minali, Mario Cipollini, Fabio Sacchi, Eddy Mazzoleni, Jacky Durand, Abraham Olano, Laurent Desbiens, Marco Pantani, Manuel Beltran, Jan Ullrich, Kevin Livingston.

Fahrer mit einer verdächtigen Probe
Ermanno Brignoli, Alain Turicchia, Pascal Chanteur, Frederic Moncassin, Bobby Julich, Roland Meier, Giuseppe Calcaterra, Stefano Zanini, Eddy Mazzoleni, Stephane Barthe, Stuart O'Grady, Axel Merckx

Legende: Video TdF 1998: Pantani distanziert Ullrich auf Königsetappe abspielen. Laufzeit 7:29 Minuten.
Vom 24.07.2013.

Geständnis von O'Grady

Zwei Tage nach seinem Rücktritt hat Stuart O'Grady Epo-Doping während der Tour de France 1998 gestanden. «Ich habe es genommen. Es war sonst niemand involviert», erklärte O'Grady, der mit 17 Teilnahmen Rekord-Fahrer an der TdF ist. Systematisches Doping bestritt der 39-Jährige jedoch.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Was soll das. Anno 1998 konnte das EPO nicht nachgewiesen werden, also stand es auch nicht auf der Dopingliste. Und was nicht auf der Dopingliste steht, kann auch kein Doping sein. Es ist doch müssig mit der heutigen Technik etwas zu analysieren, was vor 15 Jahren nicht ging. Wenn die Doper schlauer sind wie die Fahnder, selber schuld. Wie wärs mal, die Proben an Anno 1960 zu analysieren. Mal schauen was dabei rauskommt. Glaubt einer, dass diese Strapazen nur von Vitamin C kommt. Lächerlich.
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    1. Antwort von Tony Peter, Zürich
      Gar nicht lächerlich, Herr Meier. EPO steht seit 1990 auf der Dopingliste der WADA. Sich besser informieren!
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  • Kommentar von jeean passant, thun
    Alle, die irgendwie, irgendwann vorne dabei waren haben gedopt. Gelogen wurde systematisch selbst nach Entlarvung. Alle bisherigen Dopingkonzepte haben versagt. Man sollte ähnliche Wege gehen wie in der Drogenpolitik und nicht nur auf Repression setzen, sondern beginnen die kontrollierte Einnahme von Substanzen schrittweise zu legalisieren. Fairness kann wohl besser durch Freigaben erzielt werden. Die Gefährlichkeit der Substanzen wurde zudem überschätzt, fast niemand nahm echten Schaden.
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    1. Antwort von Rainer, Ruggell
      So ein Blödsinn. Kontrollierte Freigabe im Sport. Es geht um Siege, Prestige und um Geld. Der Vergleich mit der Drogenpoltik hinkt nur schon deshalb. Mein Ansatz wäre noch restriktiver zu werden. Einmal erwischt, ein Leben lang gesperrt und saftige Geldbussen. Da müssten aber nationale Gesetzgeber mitziehen.
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  • Kommentar von Daniel Frei, Lupfig
    Velorennen, Leichtathletik etc. sind definitiv absolut nicht mehr glaubwürdig. Die Resultate der Gewinner sind verlogen, da zu 99% Doping im Spiel sind. Die Sponsoren werden sich daher in Zukunft hüten, weiterhin CASH für diese Branchen auszugeben, da dies ihrem Image nicht förderlich ist.
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