Rihs: «Das Portemonnaie sollen andere aufmachen»

Die Tour de France besucht im Juli 2016 für 3 Tage die Schweiz. Die Verantwortlichen erwarten ein Fest, das die halbe Schweiz bewegt. Doch wer kommt für den Spass auf? «Sicher nicht ich», betont Initiator Andy Rihs.

Die Vorfreude der beiden Drahtzieher

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät steht an diesem Dienstag freudestrahlend vor dem Arc de Triomphe. In Richtung Heimat darf er die frohe Botschaft verkünden, dass die Hauptstadt nächstes Jahr Teil der Tour de France ist.

«  Eine Stadt, die sich touristisch weiterentwickeln will, muss auch im Gespräch bleiben. »

Alexander Tschäppät
Berns Stadtpräsident

Während drei Tagen wird Bern in das Rad-Spektakel integriert: mit einer Ankunft, einem Ruhetag und einem Start. Von einem Triumph – in Anlehnung an die gegenwärtige Kulisse – will Tschäppät nicht sprechen. «Vielmehr sollen es Tage werden, auf die sich hoffentlich die halbe Schweiz freuen wird. Vor allem für die veloaffinen Leute ist dies eine einmalige Sache.»

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«Ich kann besser schnurren, sie besser tschalpen»

1:19 min, vom 21.10.2015

1400 Hotelbetten, 400 Millionen TV-Zuschauer

In zweiter Linie wollen die Verantwortlichen mit dem sportlichen Grossanlass Wertschöpfung generieren. «Denn eine Stadt, die sich touristisch weiterentwickeln will, muss auch im Gespräch bleiben.»

Nun geht es darum, den Mammutanlass refinanzieren zu können. Für die Stadt soll die Belastung am Gesamtbudget nicht mehr als 300'000 Franken betragen.

«  Bern wird ein hoch attraktiver Etappenort werden. »

Andy Rihs
Teambesitzer BMC

Andy Rihs, den Tschäppät bei der Projektphase dank seinem Beziehungsnetz als Türöffner bezeichnet, rechnet damit, dass sich Bern rund 400 bis 500 Millionen TV-Zuschauern präsentieren kann. Zudem würde alleine der gesamte Radtross während 2 Nächten je 1400 Betten belegen. Das sei eine tolle Chance, ein riesiger Markt. «Deshalb sollen nun auch diejenigen ihre Portemonnaies öffnen, die davon profitieren.» Der 73-Jährige nimmt also vor allem den Schweizer Tourismus und die lokalen Hoteliers sowie die Gastronomie in die Verantwortung.

Mit grossem Rückhalt

Der BMC-Teambesitzer selbst wird gemäss eigenen Angaben «keinen Centime» beisteuern. «Ich investiere schon so viel in den Radsport wie kein anderer in der Schweiz. Zudem haben wir das Ganze arrangiert», rechtfertigt er sich.

Gewissermassen als Werbesport für alle potenziellen Sponsoren kündigt Rihs an: «Bern wird ein hoch attraktiver Etappenort werden.» Die Stadt steht für Charme und ihren geschichtsträchtigen Hintergrund. «Zudem strahlen wir eine spürbare Vorfreude aus. Entscheidend bei der Vergabe war, dass die Politik hinter diesem Vorhaben steht», ergänzt Tschäppät.

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Tour de France rollt im 2016 durch die Schweiz

3:14 min, aus sportaktuell vom 20.10.2015