Schumacher gesteht Doping: «Es gehörte zum Alltag»

Der deutsche Radprofi Stefan Schumacher hat in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zugegeben, gedopt zu haben. Dabei belastet er seinen früheren Teamchef Hans-Michael Holczer schwer.

Radprofi Stefan Schumacher gibt zu, jahrelang systematisch gedopt zu haben.

Bildlegende: Geständnis Radprofi Stefan Schumacher gibt zu, jahrelang systematisch gedopt zu haben. Keystone

«Ich habe EPO genommen, auch Wachstumshormone und Kortikosteroide», gestand Stefan Schumacher (31), der 2008 wegen EPO-Missbrauchs für 2 Jahre gesperrt wurde, die Einnahme von verboten Substanzen aber jahrelang vehement bestritten hatte.

Holczer, früher Schumachers Teamchef beim Rennstall Gerolsteiner, soll davon gewusst haben. «Einen so laxen Umgang mit Medikamenten habe ich nur bei Gerolsteiner erlebt, und Holczer war darüber bestens im Bilde», sagte Schumacher. Holczer wies diese Vorwürfe zurück: «Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen.»

«Doping wird zum Alltag»

Schumacher bekannte, schon 20-jährig damit begonnen zu haben, sich Spritzen zu setzen. «Ich habe mich in ein System eingefügt. Das macht mich nicht stolz, aber es war eben so», räumte er ein. «Doping wird zum Alltag wie der Teller Nudeln nach dem Training.»

Der zweifache Tour-de-France-Etappensieger fährt derzeit beim dänischen Drittligisten Christina Watches unter dem ehemaligen Profi Michael Rasmussen, der unlängst ebenfalls ein Dopinggeständnis abgelegt hatte.