TdF 2015: Abräumer, Pechvögel und Spektakelmacher

Zum zweiten Mal nach 2013 hat Chris Froome am Sonntag die Tour de France gewonnen. Neben dem Sieg des Briten haben in den vergangenen Wochen aber auch andere Geschichten für Schlagzeilen gesorgt.

Video «Rad: Highlights der Tour de France 2015» abspielen

Die Highlights der Tour de France 2015

5:54 min, vom 26.7.2015

  • Top 10: Mit seinem 8. Rang sorgte Mathias Frank für das beste Schweizer Ergebnis seit 1999. Der Captain des IAM-Teams zeigte eine reife Leistung, fuhr stets aufmerksam und steigerte sich beinahe von Tag zu Tag. In den Bergen konnte er zwar nicht immer mit den Besten mithalten, doch der Luzerner teilte sich sein Rennen hervorragend ein und konnte die Rückstände stets im Rahmen halten.
  • Im Bild: 10 Schweizer waren vor drei Wochen zur Tour de France gestartet, viele davon in Helferrollen. Besonders in Szene setzen konnten sich Michael Schär und Danilo Wyss im BMC-Team. Beide waren als Garde für ihren Captain Tejay van Garderen häufig an der Spitze des Feldes zu sehen, wobei vor allem die Präsenz von Tour-Neuling Wyss im Dress des Schweizer Meisters überraschte. Pech für die beiden: Ihr Leader Van Garderen musste das Rennen auf der ersten Alpen-Etappe aufgeben und verpasste damit ein mögliches Podest in Paris.
  • Video «Tour de France: 3. Etappe, Massensturz» abspielen

    Folgenreicher Massensturz

    3:40 min, vom 6.7.2015

    Pechvögel: Fabian Cancellara und Michael Albasini wollten in Frankreich auf Etappenjagd gehen – beide mussten das Rennen nach Stürzen frühzeitig aufgeben. Cancellara eroberte auf der 2. Etappe immerhin ein weiteres Maillot jaune. 24 Stunden später wurde er von der Tour de France abgeworfen. Bei einem Massensturz zog sich der Berner Brüche im Lendenwirbelbereich zu. Neben Cancellara musste auch Tony Martin das Rennen im Leadertrikot aufgeben.
  • Franzosen: Nach den Podestplätzen von Jean-Christophe Péraud und Thibaut Pinot im vergangenen Jahr hoffte man in Frankreich auf neuerliche Exploits – oder gar auf den ersten Heimsieg seit 30 Jahren. Es wurde nichts, alle französischen Tenöre waren bereits zu Beginn der Pyrenäen geschlagen. Man tröstete sich in der Folge mit einer Reihe von schönen Etappensiegen.
  • Das grosse Warten: Zum vierten Mal in Serie gewann Peter Sagan die Punktewertung, auf einen Etappensieg in Frankreich wartet der Slowake aber seit dem 5. Juli 2013. Trotzdem war er der Spektakelmacher Nummer 1 an der Tour 2015, zeigte ein enorm aktives Rennen und war sich am Ende auch nicht zu schade, in den Alpen auf seinen Captain Alberto Contador zu warten.
  • Seltenheit: Neben dem Maillot jaune brachte Chris Froome auch das gepunktete Trikot als Sieger der Bergwertung nach Paris. Letztmals hatte dieses Kunststück Eddy Merckx im Jahr 1970 geschafft.
  • Abräumer: Auch wenn Marcel Kittel fehlte – mit insgesamt 6 Etappensiegen (4x André Greipel sowie Simon Geschke und Tony Martin) räumten die Fahrer aus Deutschland mächtig ab. Und mit dem jungen Emanuel Buchmann könnte gar wieder ein Fahrer heranwachsen, der auch auf das Gesamtklassement fahren kann.
  • Die Passstrasse des Lacets de Montvernier aus der Vogelperspektive.

    Bildlegende: Lacets de Montvernier EQ Images

    Neuer Berg: Man mag es kaum glauben, aber die Bilderbuch-Rampe der Lacets de Montvernier passierte die Tour de France in ihrer 103. Austragung zum allerersten Mal. Sogar SRF-Experte und Ex-Profi Sven Montgomery musste ab soviel strassenbaulicher Schönheit staunen: «Haben sie diese Strasse extra für die Tour de France gebaut?»

Sendebezug: SRF info, «sportlive», 26.07.2015, 17:30 Uhr