TdF: Ein Trio auf der Jagd nach Froomes Trikot

Nach Meereswind, Pflastersteinen und einem verdienten Ruhetag warten in der 2. Woche die ersten Berge auf das Feld der Tour de France. Nach den turbulenten Ereignissen der ersten 9 Etappen könnte die Ausgangslage nicht spannender sein.

Chris Froome geniesst den Ruhetag in Pau

Bildlegende: Durchatmen vor den Pyrenäen Chris Froome geniesst den Ruhetag in Pau Keystone

Die Positionen im Kampf um den Gesamtsieg sind nach der ersten Woche im Norden bezogen. Chris Froome trägt bereits das Maillot jaune und hat die Reise an die Grenze zu Spanien mit einer komfortablen Reserve auf die weiteren Mitfavoriten angetreten.

Der Brite mit afrikanischen Wurzeln liegt in der Gesamtwertung 1:03 Minuten vor Alberto Contador, Nairo Quintana hat bereits einen Rückstand von 1:59 Minuten und bei Vorjahressieger Vincenzo Nibali sind es gar 2:22 Minuten. Schärfster Verfolger von Froome ist mit 12 Sekunden Rückstand aktuell der Amerikaner Tejay van Garderen, der allerdings nur zum erweiterten Favoritenkreis zählt.

Für Contador, Quintana und Nibali kommt die Topographie der zweiten Woche damit gerade recht. In den Pyrenäen werden sie versuchen müssen, Froome in Bedrängnis zu fahren und die Distanz auf den Sky-Captain zu verringern. Der Gelegenheiten sind in den nächsten Tagen genug.

Die zweite Tour-Woche im Überblick:

  • 10. Etappe: Die erste Etappe in den Pyrenäen am Dienstag, dem französischen Nationalfeiertag, endet mit einem langen Schlussaufstieg (15,3 km mit durchschnittlich 7,4 % Steigung) nach La Pierre-Saint-Martin am Col de Soudet. Vor allem die ersten 10 Kilometer bis zum Col de Labays sind dabei sehr steil. Da die Anfahrt über 140 km eher flach ist, dürfte es auf dieser Etappe zwei Rennen geben – eines um den Tagessieg und eines um das Maillot jaune.
  • 11. Etappe: Am Mittwoch folgen mit den Pässen Aspin und Tourmalet zwei der berühmtesten Passagen der Tour-Geschichte. Allerdings geht es vom Gipfel des Tourmalet noch 41 Kilometer bis zum Ziel in Cauterets. Gerade für einen Top-Abfahrer wie Nibali könnte dabei die endlose Fahrt von der Passhöhe bis ins Tal (rund 1500 Höhenmeter) eine willkommene Gelegenheit für einen Grossangriff sein.
  • 12. Etappe: Die Pyrenäen-Trilogie endet am Donnerstag mit einer Fahrt über drei Pässe und dem krönenden Finale hoch zum Plateau de Beille. Der Wintersportort ist zum sechsten Mal Etappenziel an einer Tour de France, im Siegerbuch stehen bislang illustre Namen wie Marco Pantani, Lance Armstrong (zweimal) sowie Contador. Der Schlussaufstieg (15,8 km / 7,9 %) gehört mittlerweile auch schon zu den «Klassikern» der TdF. Hier könnte endgültig Quintanas Stunde schlagen.
  • 13. bis 15. Etappe: Nach den Strapazen der Pyrenäen werden die Etappenprofile am Wochenende wieder etwas weniger strapaziös. Auf den 3 coupierten Teilstücken bieten sich auch wieder Chancen für Fluchtgruppen. Spektakulär kündigt sich das Finale der 14. Etappe am Samstag in Mende an, wo ein kurzer, ruppiger Schlussaufstieg zu bewältigen ist.
  • 16. Etappe: Abgeschlossen wird die zweite «Tour-Woche» am Montag mit der Anfahrt von Bourg-de-Peage zu den Alpen. Mit zwei Pässen der 2. Kategorie auf den letzten 100 Kilometern gibt es schon mal einen Vorgeschmack auf die grossen Alpen-Etappen.
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Contadors Sieg auf dem Plateau de Beille

3:12 min, aus sportpanorama vom 22.7.2007

Sendebezug: SRF info, sportlive, 12.7.15, 16:00 Uhr