Vincenzo Nibali mit grossen Plänen

Gesamtleader Vincenzo Nibali sitzt bei der 101. Tour de France sicher im Sattel. Der 29-jährige Italiener war in den beiden Alpenetappen so überlegen, dass er sich bereits Gedanken über das nächste Jahr machen konnte.

Vincenzo Nibali dominiert die Tour de France.

Bildlegende: Allein auf weiter Flur Vincenzo Nibali dominiert die Tour de France. Reuters

«Das Ziel im nächsten Jahr könnte sein, bei Giro und Tour auf Sieg zu fahren», sagte der souveräne Tour-de-France-Leader Vincenzo Nibali nach seinem 2. Rang bei der Bergankunft in Risoul. Er habe die beiden Rundfahrten zu Beginn seiner Karriere schon im gleichen Jahr absolviert. Und nun sei er mit 29 Jahren auf seinem höchsten physischen Niveau. Er werde seine Pläne Ende Saison mit der Astana-Leitung absprechen, so Nibali weiter.

Totale Dominanz in den Alpen

Etappensieg und Führung ausgebaut am Freitag in Chamrousse, Rang 2 und Führung ausgebaut am Samstag in Risoul – der «Hai von Messina» hat die beiden Alpenetappen der Tour de France 2014 dominiert und die Konkurrenz wohl vorentscheidend in die Schranken gewiesen.

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14. Etappe der Tour de France

4:18 min, aus sportaktuell vom 19.7.2014

«Er verdient seinen Spitznamen, er lässt nichts liegen», sagte der geschlagene Franzose Jean-Christophe Péraud. Immerhin darf man davon ausgehen, dass Nibali dem Polen Rafal Majka den Etappensieg in Risoul mit einer Tempodrosselung auf den letzten Kilometern geschenkt hat

Sein Hochgefühl brachte Nibali anschliessend vor den Medien zum Ausdruck. «Ich wollte das Rennen kontrollieren. Es ist mir gelungen», freute sich der Sizilianer, der das Rennen der Führenden in der Gesamtwertung zuvor mit einer halsbrecherischen Abfahrt vom Col d'Izoard (mit Top-Speed von teilweise über 100 km/h) erst so richtig lanciert hatte.

Polemik aus dem Tinkoff-Lager

Für etwas Wirbel sorgten im Ziel lediglich einige Sticheleien von Oleg Tinkoff (Besitzer des gleichnamigen Rennstalls), wonach sein Schützling Alberto Contador in Risoul das Maillot jaune tragen würde, so er denn nicht gestürzt wäre. «Mir tut es leid, was den anderen passiert ist, aber Stürze gehören zum Radport dazu. Ich bin in guter Form hier angetreten, mit dem Wunsch, bis zum Ende zu kämpfen. Ich habe Contador und Froome bei fast allen Rennen geschlagen, bei denen wir zusammen gestartet sind», entgegnete Nibali.

Konkurrenz zu weit weg

Auf den verbleibenden 7 Etappen (darunter 3 schwere Tage in den Pyrenäen) kann Nibali wohl nur noch ein Einbruch an seinem ersten Tour-Sieg hindern. Eine Wende wie bei der Vuelta im letzten Jahr, als Nibali auf der zweitletzten Etappe noch von Chris Horner abgefangen wurde, ist ansonsten beinahe ausgeschlossen. Die Konkurrenz ist bereits zu weit weg und Nibalis Astana-Team hat das Geschehen meistens auch im Griff.

Auf den Spuren Pantanis

Nibali wäre der erste Italiener seit 1998, der die Tour de France gewinnen kann. Damals siegte Marco Pantani, der zuvor bereits den Giro für sich entschieden hatte. Pantani war 1998 auch der letzte Fahrer, der das Double der beiden grossen Rundfahrten geschafft hat.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 19.07.2014, 13:30 Uhr

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Nibali dominiert die 13. TdF-Etappe

3:05 min, aus sportaktuell vom 18.7.2014