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Rad Wer wagt den Angriff auf Chris Froome?

Nur noch die Alpen stehen dem Feld der Tour de France auf der Reise nach Paris im Weg. Vier Bergetappen bleiben den Jägern von Chris Froome, um noch für einen Umsturz zu sorgen.

Alpe d'Huez 2013: Froome im Schlepptau von Porte
Legende: Froome im Schlepptau von Porte Bereits 2013 dominierte das Team Sky an der Alpe d'Huez. Wie sieht es 2015 aus? imago

«Wait and see» – so hiess in den letzten Jahren häufig das Motto an der Tour de France. Man wartete und wartete und wartete auf eine Schwäche des Leaders – doch die kam nie. Nicht bei Vincenzo Nibali 2014, nicht bei Chris Froome 2013, nicht bei Bradley Wiggins 2012 und nicht bei Cadel Evans 2011. So rollten die Gesamtersten jeweils mehr oder weniger geschlossen über Alpen und Pyrenäen, die Verschiebungen in der Gesamtwertung bewegten sich im Sekundenbereich. Langeweile herrschte.

Gelingt ein Angriff auf Froome?

Ein ähnliches Szenario scheint auch an der Tour de France 2015 nicht ausgeschlossen. Keiner der Verfolger von Leader Chris Froome konnte bisher einen empfindlichen Treffer landen – weder Nairo Quintana noch Alejandro Valverde oder Alberto Contador.

Alle anderen sind bereits froh, überhaupt die Hinterräder der Sky-Equipe um Froome halten zu können oder sind längst aus dem Rennen um das Maillot jaune gefallen.

Wir werden in den Alpen so oft wie möglich angreifen.
Autor: Nairo QuintanaGesamt-Zweiter
Legende: Video Chris Froome: Dominanz und Misstrauen abspielen. Laufzeit 3:43 Minuten.
Aus sportpanorama vom 19.07.2015.

«The race is definitely not over», sagte Froome zwar am Montag nach der Ankunft in Gap. Doch auf einen Einbruch des Briten deutet wenig hin. Lediglich weitere Ausfälle in seinem Team oder ein Kälteeinbruch in den Alpen scheinen noch Optionen, um Froome an seinem zweiten Tour-Sieg nach 2013 zu hindern.

Der Gesamtzweite Quintana zumindest glaubt noch an den grossen Umsturz: «Ich kämpfe weiter. Valverde und ich werden in den Alpen so oft wie möglich angreifen», so der Kolumbier.

Die Höhepunkte der dritten TdF-Woche

17. Etappe: Das Teilstück von Digne-les-Bains nach Pra-Loup wurde in diesem Jahr bereits am Dauphiné Libéré absolviert, es gewann der Franzose Romain Bardet vor Tejay van Garderen und Froome. Höhepunkt der Etappe ist die Abfahrt vom Col d’Allos, der Schlussaufstieg nach Pra-Loup ist kurz und wird kaum für Differenzen sorgen.

Die Rampen zum Col du Chaussy.
Legende: Pittoresk Die Rampen zum Col du Chaussy. imago

18. Etappe: Haupthindernis auf dem Weg nach Saint-Jean-de-Maurienne ist der Col du Glandon (1924 m.ü.M.). Allerdings sind es von dort noch rund 40 Kilometer bis ins Ziel, ungünstig für einen Angriff aus der Distanz. Für besonders schöne Bilder dürfte jedoch kurz vor dem Ziel die Rampe zum Col du Chaussy (Lacets de Montvernier) sorgen.

19. Etappe: Zwei grosse Pässe und der 18 km lange Schlussaufstieg nach La Toussuire sind die Eckpunkte der 3. Alpen-Etappe.

20. Etappe: Die Königsetappe nach Alpe d’Huez ist durch den Wegfall des Galibier etwas entschärft worden, stattdessen geht es über den Col de la Croix de Fer, der rund 600 Meter weniger hoch ist. Der legendäre Schlussaufstieg zur Alpe d’Huez ist dann das eigentliche Finale der Tour.

Das Feld der Tour de France auf den Champs Elysées.
Legende: Das Ende aller Strapazen Das Feld der Tour de France auf den Champs Elysées. imago

21. Etappe: Die traditionelle Triumphfahrt nach Paris mit der für kurz nach 19 Uhr vorgesehenen Ankunft auf den Champs Elysées. 1975 kam die Tour erstmals auf der Pariser Prachtsstrasse an, es war seither meistens ein Fall für die Sprinter. Wer es von ihnen über die Alpen geschafft hat, wird sich auf dem Pariser Pflaster noch einmal balgen dürfen.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 20.07.2015, 15:30 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von stefan rufer, schnottwil
    Früher hatten die Medien Freude an "Dominatoren" wie Merckx, Indurain oder Armstrong. Nun haben wir wieder einen Ausnahmekönner und dieser muss wegen den Fehler seiner Vorgänger büssen. Obwohl es nicht einen einzigen konkreten Verdachtsfall gibt. Man könnte sogar meinen, dass man Froom einen Defekt wünscht, nur um die Spannung wieder herzustellen. Sehr schade für Froom und den Radsport.
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  • Kommentar von Peter Steiner, 8810 Horgen
    Ich frage mich jedes Jahr, warum sich die Mitfavoriten nicht zusammenschliessen und gegen die jeweils doch recht überlegenen Führer kämpfen. Stattdessen fährt man die verschiedenen Rennen rauf und runter - langweilig... Schade, mit mehr Angriffen (auch bei Abfahrten) wäre es spannender, aber so weiss man jeweils schon im Vorhinein, dass nichts passieren wird. Das höchste der Gefühle sind ein paar Sekunden...
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  • Kommentar von Adrian Fahrni, Bern
    Cadel Evans konnte 2011 erst nach den Bergetappen, nämlich im abschliessenden Zeitfahren, das gelbe Trikot an sich reissen. Die Andy Schleck und Alberto Contador galten als Favoriten.
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