Schweizer Springreiter auf Medaillenjagd

Drei Schweizer Trümpfe könnten an der Spring- und Dressur-EM von Dienstag bis Sonntag in Herning (Dä) stechen. Sowohl die Springreiter-Equipe als auch Olympiasieger Steve Guerdat und Janika Sprunger im Einzel sind Kandidaten für Edelmetall.

Steve Guerdat mit Jalisca

Bildlegende: Gold-Ritt von Windsor Vor 4 Jahren holte Steve Guerdat mit Jalisca Team-Gold, nun will er mit Nino auch im Einzel zuoberst aufs Treppchen. Keystone

Blickt man in die Statistik, präsentiert sich die Ausgangslage für die Schweizer Springreiter ausgezeichnet: Hinter Deutschland (46) und Grossbritannien (30) ist die Schweiz mit 22 Medaillen dritterfolgreichste Nation aller Zeiten. Das letzte Team-Gold liegt 4 Jahre zurück. Im Einzel holten Willi Melliger und Quinta 1993 das bisher einzige Einzel-Gold. Für die bisher letzte Medaille sorgte Christina Liebherr 2005 mit No Mercy.

«Reiter und Pferde sind fit»

Folgende Reiter sollen diese Bilanz in Dänemark weiter verbessern: Steve Guerdat mit Nino des Buissonnets, Paul Estermann mit Castlefield Eclipse, Janika Sprunger mit Palloubet d'Halong sowie Pius Schwizer mit Picsou du Chêne. Letztgenannter muss mit Piscou auf ein eher unroutiniertes Pferd zurückgreifen, hat er doch innert Jahresfrist mit Carlina, Verdi und Powerplay drei Spitzenpferde verloren. Sprunger und Estermann sind EM-Debütanten. Als Ersatzreiterin ist Christina Liebherr mit Eagle Eye angereist.

«Wir hoffen auf Medaillen», formuliert Equipenchef Urs Grünig sein EM-Ziel. «Reiter und Pferde sind zu 100-Prozent fit und unsere Motivation riesig. Unsere grösste Chance liegt im Team-Wettbewerb. Wenn alles klappt, sind wir dabei.» Zu den Chancen im Einzel sagte er: «Ich rechne mir zwei Top-Ten-Platzierungen aus. Wenn Guerdats Nino und Janikas Palloubet ihr Leistungspotenzial abrufen können, werden sie weit nach vorne springen.»

Guerdat will Gold

Olympiasieger Guerdat amtiert einmal mehr als Equipen-Leader. Team-Gold hat er seit Windsor 2009 schon, eine EM-Einzelmedaille fehlt ihm noch. Ziel ist nicht irgendein Edelmetall, sondern goldenes. Dafür hat er seinen Star Nino seit Rang 2 am Weltcupfinal im Frühling sorgsam eingesetzt. «Die EM ist dieses Jahr mein Saisonziel im Freien. Nino ist frisch, locker und in Superform.»

Dressurreiter mit bescheidenen Zielen

Die Schweizer Dressurreiter bewegen sich derweil eher fern von Medaillenchancen. Im Feld mit 15 Teams ist ein Top-10-Platz das Ziel. Bei der letzten WM vor zwei Jahren ritten die Schweizer auf Rang 14. Team-Leaderin ist Weltcupfinalistin Marcela Krinke Susmelj - ihr und dem Dänen-Wallach Molberg ist ein Vorstoss in den Kür-Final der besten 15 zuzutrauen.

Programm EM in Herning (Dä)

Dienstag, 20. August. Springen: 16.45 Uhr Zeitspringen (1. EM-Prüfung). Mittwoch, 21. August. Springen: 8.45 Uhr: Team-Wertung (Nationenpreis), 1. Umgang. Dressur: 14.30 Uhr Grand Prix (Team-Wertung, 1. Abteilung). Donnerstag, 22. August. Dressur: 8.00 Uhr Grand Prix (Team-Wertung, 2. Abteilung). Springen: 18.00 Uhr Team-Wertung (Nationenpreis), 2. Umgang (Entscheidung). Freitag, 23. August. Dressur: 9.00 Uhr GP Spécial (beste 30). Samstag, 24. August. Springen: 13.15 Uhr Einzel-Final, 1. Umgang (beste 25). 15.15 Uhr. Einzel-Final, 2. Umgang (Entscheidung). Sonntag, 25. August. Dressur: 13.30 Uhr. GP Kür (für die besten 15 nach GP Spécial, 2. Einzel-Entscheidung).

Reit-EM auf SRF

Reit-EM auf SRF

Die Einzel-Entscheidung im Springreiten ist am Samstag ab 15:05 Uhr auf SRFzwei und im Livestream zu sehen.