Acht Siege zum Triumph – Zufall oder Trend?

Am Wochenende kämpfen die Schwinger am Eidgenössischen in Estavayer-le-Lac um den Königstitel. In der immer breiter, stärker und dichter werdenden Konkurrenz müsste es zunehmend schwieriger werden, in allen 8 Gängen zu obsiegen. Die Ergebnisse der letzten beiden Anlässe zeichnen ein anderes Bild.

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2013: Sempach makellos zum Königstitel

5:28 min, aus sportpanorama vom 1.9.2013

Sowohl Kilian Wenger 2010 in Frauenfeld als auch Matthias Sempach 2013 in Burgdorf legten ihre Gegner allesamt auf den Rücken und wurden Schwingerkönige. Mit dem unglaublichen Total von 79,00 respektive 79,25 Punkten büssten sie über alle Gänge gesehen also nur gerade so viele Zähler ein, wie einem Schwinger für einen aktiven gestellten Gang abgezogen werden.

Es gibt auch andere Wege, um König zu werden

Neben Wenger und Sempach gibt es nur drei weitere Schwinger, die in der Nachkriegszeit mit lauter Siegen Könige wurden: Max Widmer 1958 in Freiburg, Rudolf Hunsperger 1969 in Biel und Ernst Schläpfer 1980 in St. Gallen.

Arnold Forrer wird am Eidgenössischen 1998 von Heinz Suter bezwungen.

Bildlegende: Fehlstart korrigiert Jörg Abderhalden wird 1998 Schwingerkönig. Keystone

Es gibt aber durchaus auch Beispiele für andere Festverläufe: Jörg Abderhalden 1998 in Bern und Arnold Forrer 2001 in Nyon landeten jeweils im 1. Gang platt auf dem Rücken – und wurden am Schluss dennoch als Schwingerkönige gefeiert. Abderhalden wurde in Bern vom Schwyzer Heinz Suter bezwungen, Forrer vom Muttenzer Rolf Klarer.

Keine Prognose möglich

Die Abläufe der grossen Schwingfeste sind heute derart unberechenbar, dass Prognosen nur schwer zu stellen sind. Ein Champion kann alle Gegner besiegen, er kann jedoch auch nach einem verlorenen ersten Gang auferstehen. Die Frage, ob die acht Siege der Könige Wenger und Sempach Zufall waren oder einen Trend markieren, lässt sich nicht schlüssig beantworten.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zum ESAF 2016