Freud und Leid nach dem grossen Spektakel

Der 34. America's Cup wird als einer der spektakulärsten Segel-Wettbewerbe in die Geschichte eingehen. Während der Jubel bei den Amerikanern nach der grandiosen Aufholjagd riesig war, kannte die Enttäuschung beim Herausforderer aus Neuseeland keine Grenzen.

Oracle-Skipper James Spithill mit der begehrten Segel-Trophäe.

Bildlegende: Siegerkuss Oracle-Skipper James Spithill mit der begehrten Segel-Trophäe. Reuters

«Diese Regatten haben die Welt des Segelsports für immer verändert», meinte Oracle-Besitzer Larry Ellison etwas pathetisch nach dem Gewinn des America's Cup. Noch nie habe er so schöne Wettkämpfe gesehen, sagte der amerikanische Multimilliardär nach der spektakulären Aufholjagd seines Teams, die schliesslich in der Titelverteidigung im wichtigsten Segelwettbewerb gipfelte.

«Dies ist der grösste Moment meines Lebens», jubelte Oracle-Skipper James Spithill nach dem Triumph in der entscheidenden 19. Regatta. «Wir haben nie aufgegeben. Dies ist wohl das grösste Comeback in der Sportgeschichte.» Der Australier würdigte auch die Leistung der Herausforderer von Team New Zealand: «Sie haben uns alles abverlangt. Sie sind ebenfalls Champions.»

Video «Grosse Enttäuschung in Neuseeland (englisch)» abspielen

Grosse Enttäuschung in Neuseeland (englisch)

0:46 min, vom 26.9.2013

Neuseeland mit Pech und Unvermögen

In Neuseeland war die Enttäuschung derweil grenzenlos. Mehrmals hatten die «Kiwis» die Hand bereits an der Trophäe gehabt, scheiterten jedoch am Reglement (Überschreitung der maximalen Renn-Dauer in der 13. Regatta) oder eigenen Unvermögen wie beim Beinahe-Selbstunfall in der 8. Regatta oder beim Beinahe-Zusammenstoss mit Oracle im 13. Rennen.

«Es ist sehr frustrierend», fasste New-Zealand-Skipper Dean Barker die Gemütslage zusammen. Trost gab es von (fast) höchster Stelle. Neuseelands stellvertretender Regierungschef Bill English sagte: «Ihr habt uns stolz gemacht. Im Namen von viereinhalb Millionen Kiwis: Gratulation für einen grossartigen Wettbewerb.»

Ellison will Formel 1 auf Wasser

Team New Zealand liess noch offen, ob es in drei Jahren erneut als Herausforderer im America's Cup antreten wird. Im Gegensatz zum von Ellison alimentierten Oracle-Team sind die finanziellen Ressourcen bei den Neuseeländern begrenzt.

Derweil liess Ellison durchsickern, auf dem gleichen Kurs - die Rede ist von einer Formel 1 auf Wasser - weitersegeln zu wollen. Ob der 35. America's Cup auch in der San Francisco Bay ausgetragen wird, ist jedoch noch offen. «Wir würden es lieben, hierher zurückzukehren», meinte Ellison, «doch es gibt auch noch andere Optionen».