Eine Quali, die Hoffnung macht

Simon Ammann hat in Oberstdorf vor 13‘500 Zuschauern einen verheissungsvollen Einstieg in die Vierschanzentournee geschafft. Er beendete die Quali auf Platz 15.

Simon Ammanns Flug auf 130,5 Meter bedeutet zwar «nur» Rang 15 in der Quali, was natürlich nicht den Ansprüchen eines Doppel-Doppelolympiasiegers genügt. Ausserdem beträgt der Abstand auf den Besten, Peter Prevc, satte 26,5 Punkte. Aber der Slowene springt zurzeit ohnehin in einer eigenen Kategorie.

Ammanns Abstand auf die Top 10 beträgt hingegen nur 5,4 Punkte – das sind 3 Meter. Und diese kann der Schweizer im Wettkampf durchaus noch zulegen. Auch der 6. Platz von Michael Hayböck (8,9 Punkte vor Ammann) ist machbar.

Keine Probleme mit dem Aufsprung

Ammann bestätigte in der Qualifikation von Oberstdorf auch seine Fortschritte bei der Landung. Es gab immerhin Noten zwischen 16,5 und 17,5 – als Belohnung für einen kleinen Ausfallschritt mit dem rechten Fuss vorne.

Zusätzliches Selbstvertrauen tankt der Toggenburger daraus, dass er (im Gegensatz zu einigen Top-Springern) mit dem sehr holprigen Aufsprung keinerlei Probleme hatte. Dies wird es ihm erlauben, bei der Landung im Wettkampf noch etwas mehr zu wagen als bisher. Die Sicherheit kommt zurück.

«  Simon kann man immer alles zutrauen »

Pipo Schödler
Trainer

Trainer Pipo Schödler sagt zwar: «Simon kann man immer alles zutrauen.» Aber auch er weiss, dass die Schweizer Nummer 1 in diesem Winter nicht um den Tournee-Sieg kämpfen wird. Doch Ammann wird ein paar Ausrufezeichen setzen.

Er selbst nimmt die Tournee mit grosser Gelassenheit in Angriff. Mit der Umstellung der Landung hat er sich eine Aufgabe gestellt, die ihm alles abverlangt. Es wird ein langer Weg sein. Und solange er nicht angekommen ist, wird er sich auch keine konkreten Resultate als Ziele setzen.

Schritt für Schritt

«Engelberg war für mich ein Rückschritt», sagte der Toggenburger in Oberstdorf, «eine Enttäuschung.» Die Oberstdorf-Qualifikation war ein Schritt nach vorne.

Der nächste Schritt ist das K.o.-Duell gegen den Russen Denis Kornilow. Doch es zählt nicht, was der Gegner tut, sondern nur die eigene Leistung. Und diese reicht im Normalfall für einen Platz in den Top 10.

Die wichtigsten K.o.-Duelle

Peter Prevc (Slo/1) - Andreas Stjernen (No/50)
Severin Freund (De/2) - Piotr Zyla (Pol/49)
Johann Andre Forfang (No/3) - Marinus Kraus (De/48)
Stefan Kraft (Ö/4) - Tilen Bartol (Slo/47)
Kenneth Gangnes (No/5) - Gregor Schlierenzauer (Ö/46)
Noriaki Kasai (Jap/7) - Halvor Egner Granerud (No/44)
Simon Ammann (Sz/15) - Denis Kornilov (Rus/36)
Domen Prevc (Slo/16) - Michael Neumayer (De/35)
Joachim Hauer (No/17) - Gregor Deschwanden (Sz/34)

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 28.12.2015, 18:00 Uhr

Fehlstart wegen Stromausfall

Die Vierschanzentournee hat denkbar schlecht begonnen: Ein Stromausfall wirbelte das Training durcheinander, die Quali startete verzögert. Dass wegen des Stromausfalls der Lift ausfiel, der die Springer auf den Turm befördern sollte, war das kleinere Problem. Gravierender war die Tatsache, dass die Anlaufspur nicht mehr gekühlt werden konnte.