Kraft: Mit «zwei Bomben» zum Triumph auf der Heimschanze?

Dem österreichischen Shootingstar Stefan Kraft ist der Sieg bei der Vierschanzentournee kaum noch zu nehmen. Taktieren will der 21-Jährige auf seiner Heimschanze in Bischofshofen aber nicht.

«Ich werde versuchen, zwei Bomben hinunterzuhauen», gibt sich Tournee-Leader Stefan Kraft vor dem abschliessenden Springen in Bischofshofen alles andere denn zurückhaltend. Die Hochstimmung beim Österreicher wird gleich durch drei Faktoren genährt: Kraft führt in der Vierschanzentournee mit grossem Vorsprung, er befindet sich in der Form seines Lebens und die Paul-Ausserleitner-Schanze liegt ihm besser als jede andere.

Die Ausgangslage

23,1 Punkte beträgt die Reserve von Kraft auf seinen Team- und Zimmerkollegen Michael Hayböck. Es bräuchte mehr als einfach nur Pech mit den Windbedingungen, um diesen Vorsprung preiszugeben. In den letzten zehn Jahren gewannen sämtliche Springer, welche als Leader nach Bischofshofen reisten, die Gesamtwertung der Vierschanzentournee. «23 Punkte sind nicht aufzuholen, ausser es passiert etwas Aussergewöhnliches. Ich werde Kraft jetzt den Rücken freihalten», meint selbst Hayböck.

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Der Senkrecht-Starter

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so überraschend, wie im Vorjahr Thomas Diethart, ist Stefan Kraft der Durchbruch auf höchster Stufe just bei der Vierschanzentournee geglückt. Beim Auftakt in Oberstdorf feierte er seinen ersten Weltcupsieg in einer Einzelkonkurrenz, am Bergisel bei Innsbruck sprang er mit Schanzenrekord auf Platz 2. «Er springt derzeit wie in Trance, da klappt alles perfekt», beschreibt Cheftrainer Heinz Kuttin die Form von Kraft.

Die Heimschanze

Der letzte und vielleicht grösste Trumpf von Kraft ist aber der Ort, an welchem die definitive Entscheidung um den Tourneesieg fällt. Kraft ist nur wenige Kilometer von der Schanze entfernt aufgewachsen und kennt sie entsprechend besser denn jede andere. Während andere Springer mit dem langen und flachen Anlauf der Naturschanze ihre Mühe bekunden, fühlt sich Kraft hier im wörtlichsten Sinne zuhause. Vor zwei Jahren sprang er auf seiner «absoluten Lieblingsschanze» erstmals auf das Weltcup-Podest.

«Zwei Bomben» oder auch «zwei Megasprünge» will er am Dienstag präsentieren. Gelingt ihm dies nur annähernd, so beschert er Österreich den siebten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee in Serie und dem Heimpublikum mit Sicherheit eine ausgelassene Feier.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 04.01.15 13:55 Uhr.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Das Springen von Bischofshofen können Sie am Dienstag ab 16:20 Uhr auf SRF zwei oder hier im Stream live mitverfolgen.