Simon Ammann: Die innere Ruhe (wieder)gefunden

Simon Ammann hat den erfolgreichsten Saisonstart seit sechs Jahren hingelegt. Dass der «Weitenjäger» mit 33 Jahren so stark ist wie zu seinen besten Zeiten, hat verschiedene Gründe.

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Simon Ammann – geerdet in luftiger Höhe

7:14 min, aus sportlounge vom 8.12.2014

Vor rund 10 Monaten war Simon Ammann am Tiefpunkt angelangt. In Sotschi stürzte der Toggenburger bei den «Olympischen Spielen» richtiggehend ab: Nach den Plätzen 17 und 23 wurde in den Medien heftig über einen möglichen Rücktritt des vierfachen Olympiasiegers spekuliert.

Neustart nach Totalabsturz

Für Ammann kam ein solches Abtreten indes nicht in Frage. So sagt Trainer Martin Künzle rückblickend: «Simon hat etwas Zeit gebraucht, aber es war klar, dass er so nicht zurücktreten wird. Wir haben eine Pause eingelegt und uns anschliessend in aller Ruhe auf die neue Saison vorbereitet.»

Dieser totale Fokus im Training ist einer der Gründe, die Ammann derzeit so stark machen. Auch von Rückschlägen liess sich der Vorzeigeprofi nicht aus der Bahn werfen. «Ich habe in der Vorbereitung Ruhe und Stabilität gefunden», erzählt der Vater eines Sohnes.

Erfahrung als grosser Vorteil

Die Erfahrung von 17 Weltcup-Saisons hilft Ammann, vor den Wettkämpfen die richtige Balance zwischen Intensität und Gelassenheit zu finden. «Ich mache heute etwas weniger. Wenn ich zu viel mache, überdreht der Körper und schüttet Adrenalin aus. Dieses brauche ich aber im Wettkampf», erklärt der 33-Jährige.

Bislang hat sich Ammanns Vorgehensweise voll ausbezahlt. Er hat bereits zwei Saisonsiege auf dem Konto und liegt in der Weltcup-Wertung knapp hinter dem Tschechen Roman Koudelka auf Rang 2. Abheben wird der Tüftler deshalb aber bestimmt nicht - er weiss aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie hart die Landung anschliessend sein kann.

Sendebezug: Radio sportlounge, 08.12.14, 22:25 Uhr