Zum Inhalt springen

Sports Awards Dominique Gisin ist «Sportlerin des Jahres»

Dominique Gisin hat mit ihrem Olympia-Sieg in der Abfahrt eine besondere Geschichte geschrieben und nun auch den Titel «Sportlerin des Jahres» eingeheimst. Die Engelbergerin darf Gold und Anerkennung als Entschädigung für das Verletzungspech betrachten, das sie lange begleitet hat.

Legende: Video Die Dankesrede von Dominique Gisin abspielen. Laufzeit 3:45 Minuten.
Vom 14.12.2014.

Es war der perfekte Tag, der 12. Februar in Rosa Chutor, dem Alpin-Gebiet der Olympischen Spiele von Sotschi: An jenem Mittwoch stand Dominique Gisin in jeglicher Hinsicht auf der richtigen Seite.

Im wichtigsten Wettkampf des Winters war ihr eine makellose Fahrt gelungen, dazu hatte sich das Hundertstel-Glück gesellt. Dass für sie die exakt gleiche Zeit wie für die Slowenin Tina Maze gestoppt wurde, machte das Ganze noch spezieller.

Unbeirrt den Weg gegangen

Diese Besonderheit passt perfekt ins Bild der Skirennfahrerin Gisin, deren Karriere alles andere als geradlinig verlaufen ist. Auf dem Weg an die Spitze wurde die Innerschweizerin immer wieder durch Verletzungen gebremst. Nicht weniger als neun (Knie-)Operationen musste sie über sich ergehen lassen.

Stets war sie zum Neubeginn gezwungen, stets hat sie sich der schwierigen Aufgabe gestellt, stets waren ihre Energie und ihr Kampfgeist stärker als der Gedanke ans Aufgeben. Ihr Antrieb war das Wissen, bei optimaler Konstellation trotz aller gesundheitlichen Rückschläge im Skizirkus zu den Besten zu gehören.

Rücktrittsgedanken haben sich verflüchtigt

Die Sinnfrage hatte sich Dominique Gisin in der Öffentlichkeit nur einmal gestellt – ausgerechnet zu Beginn des letzten Winters. Es war die Zeit, in der sie auf eine Phase zurückblicken musste, in der es mehrheitlich nicht nach Wunsch gelaufen war.

Am Ursprung jenes erfolglosen Abschnitts stand, wie könnte es anders sein, eine im Januar 2012 in Cortina erlittene Knieverletzung. Jenes Malheur hatte ein neuerliches vorzeitiges Saisonende bedeutet. Sie sei nicht mehr gewillt, diesen immensen Aufwand für zehnte Ränge zu betreiben, hatte Gisin damals gesagt. Wer Siege und Podestplätze in seinem Palmarès stehen hat, will sich mit Durchschnittlichem nicht zufriedengeben. Wäre der Erfolg ausgeblieben, wäre der Rücktritt mit Sicherheit zum Thema geworden.

Mit dem Olympia-Sieg haben sich die Gedanken über das Karriere-Ende verflüchtigt. Neben der Goldmedaille dient Gisin auch die Auszeichnung zur Schweizer Sportlerin des Jahres als zusätzliche Motivationsquelle für weitere Grosstaten. Die letzte Alpine, der diese Ehre zuteil geworden war, war Sonja Nef im Jahr 2001 – eine Fahrerin mit einer ähnlichen Verletzungsgeschichte.

Sendebezug: SRF 1, Sports Awards, 14.12.14 20:05 Uhr

Legende: Video Gisins Fahrt zu Olympiagold abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Sotschi-Clip vom 12.02.2014.
Legende: Video Emotional: Gisin telefoniert nach dem Rennen mit Grossmutter abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Sotschi-Clip vom 22.02.2014.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Sahli, Rubigen
    Die Preisverteilung hat wieder einmal mehr den Stellenwert der Frauen gezeigt. Bei den Männern kam ein Bundesrat. WARUM BEI DEN FRAUEN AUCH NICHT??? Sind da die Leistungen nicht mehr wertvoll? Einmal mehr eine weitere Diskriminierung. Nur weiter so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sportler, Schweiz
    Ich bin selbst Leistungssportler und durfte mit einer Swiss Olympic Card mitbestimmen. Es waren nicht nur die Zuschauer, weil die Leistungssportler/innen mit 50% mitbestimmen durften. Gisin war dort wohl nicht die Nr. 1. Aufgrund Ihrer Vorgeschichte mit den x Knieoperationen und der Emotionalität mag es ihr jedoch jeder gönnen. Natürlich ist auch das Olympia-Gold von Kummer toll oder Lara Guts Saison. Aber Olympia-Abfahrt-Gold ist mehr wert wie Snowboard-Gold oder eine gute Saison.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ingrid Betschart, Schattdorf
    Gratulation Dominique! Aus meiner Sicht hat die richtige gewonnen. Natürlich haben alle viel geleistet und einige auch mehr gewonnen als sie. Aber dieser Olympiasieg war so emotional, so etwas besonderes.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen