«Springboks» gegen «All Blacks»: Bis Bier fliesst

Am Samstagnachmittag treffen Südafrika und Neuseeland in London im Halbfinal der Rugby-WM aufeinander. Die Rivalität ist riesig. Doch die beiden Trainer verstehen sich bestens.

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Vorschau auf den Halbfinal zwischen Neuseeland und Südafrika

1:30 min, vom 22.10.2015

Die harten und unerbittlichen Tacklings auf dem Feld sind zwei Minuten nach dem Abpfiff bereits vergessen. Die Rugby-Schwergewichte Neuseeland und Südafrika, die am Samstag in London den ersten WM-Halbfinal bestreiten, pflegen eine ganz besondere Rivalität. Sie ist geprägt von grossem sportlichem Ehrgeiz und gegenseitigem Respekt und Anerkennung.

Wer gewinnt, zahlt eine Kiste Bier

Die Trainer Steve Hansen (Neuseeland) und Heyneke Meyer (Südafrika) haben es sich angewöhnt, dem jeweils unterlegenen Kollegen einen Kasten Bier auszugeben – eine spezielle Art der Wertschätzung.

«  Ich diniere normalerweise nicht mit gegnerischen Trainern. Aber zwischen uns gibt es soviel Respekt. »

Heyneke Meyer
Coach Südafrika

Heyneke Meyer und Steve Hansen umarmen sich.

Bildlegende: Innige Beziehung Südafrikas Coach Heyneke Meyer (links) und Neuseelands Trainer Steve Hansen. Keystone

«Ich würde es sehr begrüssen, wenn ich Hansen am Samstag ein Bier kaufen könnte», scherzt Heyneke. Doch auch vor dem Anpfiff kommen sich die beiden Trainer nahe. Sie pflegen es, am Vorabend gemeinsam zu speisen. «Das mache ich sonst nicht, aber es gibt einfach so viel Respekt zwischen uns», sagt Meyer. Auch die beiden Familien kennen sich schon. Es sei wie gegen einen Bruder zu spielen, erklärt Hansen. Hansen habe ihm nach der Auftaktblamage gegen Japan eine Kurznachricht geschickt, verrät Meyer.

Die Erinnerung an den WM-Final 1995

So gross der Respekt der beiden Trainer, so gross ist auch die Rivalität der beiden Nationen. Vor 20 Jahren gewann Südafrika den WM-Final gegen Neuseeland im eigenen Land. Die «Springboks» krönten sich erstmals zum Weltmeister. In den letzten 5 Jahren sieht die Bilanz aus südafrikanischer Sicht nicht so rosig aus. Von 12 Vergleichen gewann Neuseeland 10 und auch diesmal gelten die «All Blacks» als Favorit. Die Gala-Show beim 62:13-Kantersieg gegen den letzten WM-Zweiten Frankreich hat hohe Erwartungen beim zweimaligen Champion erweckt.

Von einer klaren Angelegenheit wollen die Neuseeländer aber nichts wissen. «Unsere Abwehr muss auf einem Top-Level spielen. Südafrika hat andere Stärken als die Franzosen», warnte Center Conrad Smith. Trainer Hansen verwies auf die deutliche Leistungssteigerung der Südafrikaner im WM-Verlauf. Die «Springboks» hätten sich nicht nur bei den Tritten, sondern auch im Lauf- und Pass-Spiel verbessert.

Rekord in Sicht

Neuseelands Rekordjäger wollen nicht nur ins Endspiel am 31. Oktober stürmen, sondern auch das 13. WM-Spiel in Serie gewinnen. Das hat zuvor noch keine Mannschaft in der Turnier-Geschichte seit 1987 geschafft. In Südafrika hoffen die Rugby-Fans auf ein ähnliches Resultat wie 1995. Der Moment ist unvergessen, als Südafrikas Präsident Nelson Mandela im «Springbok»-Trikot die Webb-Ellis-Trophäe an den damaligen Captain François Pienaar überreichte.

Rugby-WM: K.o.-Phase

Viertelfinals
Neuseeland - Frankreich 62:13
Südafrika - Wales 23:19
Argentinien - Irland
43:20
Australien - Schottland
35:34

Halbfinals
Neuseeland - SüdafrikaSamstag, 24. Oktober
Argentinien - AustralienSonntag, 25. Oktober

Sendebezug: srf.ch/sport, Livestream, 18.10.15, 14:00 Uhr

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Die Halbfinal-Partie zwischen Südafrika und Neuseeland zeigen wir Ihnen am Samstag ab 16:50 Uhr im Livestream auf srf.ch/sport.