Spirig nach Marathon-Debüt mit Schmerzen und Optionen

Nach der Erfahrung ist vor der Entscheidung. Doch Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig legt sich so kurz nach ihrer Marathon-Feuertaufe noch nicht fest, über welche Distanz sie an der Leichtathletik-EM in Zürich einen Start anpeilen will.

Wichtige und vor allem aussagekräftige Anhaltspunkte: Das versprach sich Nicola Spirig von ihrem Debüt über 42,195 km. Einer Herausforderung, vor der sie Respekt hatte und der sie sich am Sonntag beim Zürich Marathon stellte. Als zweitbeste Schweizerin erreichte die Triathlon-Olympiasiegerin auf dem 7. Gesamtrang das Ziel in 2:42:52 Stunden und ganz offensichtlich mit den allerletzten Kraftreserven.

Als Gast im «sportpanorama» bezeichnete Spirig die Erfahrung «wie befürchtet als sehr schmerzhaft». Vor allem qualvolle Krämpfe, die von muskulären Problemen herrührten, beeinträchtigten sie in der Endphase. «Dabei wäre ich mir Schnelleres gewohnt, aber halt nicht über diese Länge», sagte die 32-Jährige.

Nicola Spirigs erster Marathon.

Bildlegende: Ausgelaugt Nicola Spirig kam bei ihrem ersten Rennen über 42,195 km an ihre körperlichen Grenzen. EQ Images

In ihrer Domäne, dem olympischen Triathlon, sind nach 1,5 km Schwimmen und 40 km Radfahren jeweils noch 10 km zu Fuss zu absolvieren. Für den Marathon fehlten ihr nun aber die Trainingsumfänge, so genannte Longjogs, die sie gesundheitlicher Probleme wegen nicht abspulen konnte.

Schlechter Zeitpunkt für Entscheid

Spirig gab nach der Geburt ihres Sohnes Yannis erst Mitte August 2013 ihr Comeback. Einen Monat später lieferte der Greifenseelauf über die Halbmarathon-Distanz eine wichtige Standortbestimmung - auch damals plagten sie im Vorfeld Zweifel.

Als grosses Ziel hat sie sich in diesem Jahr einen Start an der Leichtathletik-EM in Zürich vorgenommen. Auf die Disziplin legte sie sich noch nicht fest, als Entscheidungsgrundlage sammelt sie hierfür verschiedene Puzzleteile.

Den Zeitpunkt unmittelbar nach dem Marathon erachtet sie «als schlecht, um darüber zu befinden, ob auch im August ein Start über 42,195 km infrage kommt». Zudem kann die Schweiz 6 Starterinnen stellen, Spirig erfüllte zwar die EM-Limite, weist aber nur die neuntbeste Zeit aus.

Sie möchte davon profitieren

Klar ist, dass Spirig am 16. April ins Trainingslager nach Mexiko reist und am 3. Mai in Stanford einen Anlauf über 10'000 m nehmen will. Über diese Distanz auf der Bahn rechnet sie sich ebenfalls Chancen für eine EM-Teilnahme aus. Zu welchen Schlüssen Spirig auch immer gelangen wird, fest steht zudem: «Der Ausflug in die Leichtathletik ist für mich ein spannendes Projekt. Ich will von ihm profitieren können, wenn ich mich dann wieder auf den Triathlon konzentriere.»