Spirig und Ryf: Süchtig nach Schmerz

«Das Magazin» hat die Schweizer Weltklasse-Triathletinnen Nicola Spirig und Daniela Ryf zu ihrem Innenleben befragt. Dabei kam zum Ausdruck, ihr Beruf ist es, Schmerzen auszuhalten.

Nicola Spirig und Daniela Ryf sind unterwegs gezeichnet von den Strapazen.

Bildlegende: Leidensgenossinnen Nicola Spirig (links, olympischer Triathlon) und Daniela Ryf (Ironman). EQ Images

Im Interview mit Das Magazin äusserten sich die Athletinnen wie folgt.

  • Spirig über die Plagen eines Wettkampfs:
    «Es ist nicht so, dass ich den Schmerz liebe, ich bin keine Masochistin. Doch für eine Triathletin ist es wichtig, den Schmerz zu spüren.»
    Und weiter:
    «Über die olympische Distanz tut alles weh – Arme, Beine, Lunge. Der Pulsschlag ist so hoch, dass Du jeden Muskel spürst.»
  • Ryf über ihren körperlichen Schwachpunkt:
    «Den Periodenschmerz würde ich sofort ausschalten, wenn ich könnte. Es gibt diesen einen Tag im Monat, an dem ich so starke Bauchschmerzen habe, dass ich nur im Bett liegen möchte. 2015 am Ironman in Hawaii war dies der Fall.» (Ryf errang dort ihren 1. Sieg – die Red.)
  • Ryf über Zitronengras zur Selbstüberlistung:
    «Im Training auf dem Ergometer habe ich ein Fläschchen von diesem ätherischen Öl dabei. Es erhöht die Konzentration.»
  • Spirig über Rufe entlang der Strecke wie «Ui, sieht die schlecht aus»:
    «Ich würde am liebsten zurückrufen: ‹Komm doch mit und mach es besser.›»

Die Wetttkampf-Pensen

  • Nicola Spirig (35), olympischer Triathlon
    1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen
    Dauer: ca. 2 Stunden
  • Daniela Ryf (29), Ironman
    3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,2 km Laufen
    Dauer: 8 bis 9 Stunden