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Reglement ausgereizt Teurer Sieg für Volero – 20'000-Franken-Busse nach Regelbruch

Volero Zürich meldet sich im Titelrennen zurück. Das 22:25, 25:18, 25:21, 26:24 gegen Sm'Aesch Pfeffingen kostet das Team aber 20'000 Franken.

Legende: Video Satz- und Matchbälle bei Volero - Sm'Aesch Pfeffingen abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus sportlive vom 18.04.2018.

Duell 2 bei der Final-Affiche begann für den Favoriten aus der Limmatstadt mit einem Schocker. Herausforderer Sm'Aesch Pfeffingen legte dank dem 4. Satzgewinn in Folge in der Zürcher Halle Im Birch vor.

Unter Druck konnte der Serienmeister der vergangenen Jahre im hiesigen Spitzen-Volleyball reagieren. Das Team von Cheftrainer Avital Selinger war in der Folge am Drücker und schaffte mit einem 25:18 und 25:21 die Wende.

Eine Auswechslung nicht im Sinne des Sportgeists

Bis zum 1. Sieg im Playoff-Final hatte Volero Zürich dann aber nochmals einen steinigen Weg zu gehen. So lag das Star-Ensemble, dessen Zukunft in der französischen Liga liegt, im 4. Satz gegen die Baselbieterinnen plötzlich wieder mit 11:16 im Hintertreffen. Kurz darauf kam es zu einem Schachzug, mit dem man das Reglement ausreizte. Was war passiert?

  • Volero erfüllte einen im Reglement festgesetzten Passus nicht mehr: Durch die Auswechslung von Laura Unternährer zu Gunsten einer Ausländerin standen nicht wie vorgeschrieben 2 in der Schweiz ausgebildete Spielerinnen im Einsatz.
  • Später verliess mit Mittelblockerin Gabi Schottroff auch noch die letzte Schweizerin das Feld. Auf Seiten des Gegners war man erzürnt.
  • In einem solchen Fall schreibt das Reglement vor, dass man entweder Forfait verliert oder dem Verband eine Busse in der Höhe von 10'000 Franken pro fehlende Schweizer Spielerin zu entrichten hat.
Ich habe das Reglement nicht gebrochen, stattdessen komme ich ja jetzt mit 20'000 Franken für die Massnahme auf.
Autor: Stav JacobiVolero-Präsident

Wie Volero-Präsident Stav Jacobi hinterher gegenüber SRF bestätigte, nahm er die kostspielige Busse in der Höhe von total 20'000 Franken in Kauf. «Ich habe das Reglement nicht gebrochen, sondern komme dafür auf», präzisiert der umtriebige Verantwortliche.

Legende: Video Volero-Präsident Stav Jacobi gestikuliert in Richtung Gäste-Fans abspielen. Laufzeit 0:45 Minuten.
Aus sportlive vom 18.04.2018.

Die Massnahme, die sportlich in Frage gestellt werden muss, rechtfertigt Jacobi wie folgt: «Laura Unternährer war infolge einer ausgekugelten Hüfte schon angeschlagen in die Partie gegangen. Also war es ein Trainerentscheid, sie auszuwechseln, um nicht noch zusätzliches Risiko einzugehen.»

Jetzt ist Zunder drin

Volero konnte in der Champions-League-Besetzung mit 6 Ausländerinnen Sm'Aesch Pfeffingen prompt noch in die Knie zwingen. Mit dem 3. Matchball schaffte es in der Best-of-Five-Serie den Ausgleich zum 1:1.

Der unterlegene gegnerische Coach Andreas Vollmer hielt sich daran fest, dass seine Equipe die hoch dotierten Zürcherinnen an den Rand einer weiteren Niederlage bringen konnte. Die Fortsetzung in diesem Fight, der nun mit allen Bandagen geführt wird, findet bereits am Freitag erneut in Zürich statt.

Sendebezug: srf.ch/sport, Web-only-Livestream, 18.04.2018 19:20 Uhr

15 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Böller (Uboeller)
    Warum verhängt man die 20‘000Franken-Busse und nicht die Forfait-Niederlage? Steht doch „oder“ im Reglement, oder?
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  • Kommentar von Alex Terrieur (Imfeld)
    Im Sport, wie in der Politik, oder Wirtschaft, werden immmmer mehr "Sachen" geschoben/vertrübt! Der Fan/der Mitläufer "glaubts" noch nicht, bis es SEIN CLUB trifft! Weiter zahlen & spenden!
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  • Kommentar von pius winiger (süsse maus)
    Dieser Jacobi hat weder Freude am Spiel noch am Sport. Es ist nur Business. Seine Mittelfinger-Geste belegt seine Haltung. Null Respekt & null Fairnessgedanke. Jacobi steckt viel Geld in den Verein & kann sich nicht mal genügend CH-Spielerinnen leisten. Dann versucht er noch eine billige Ausrede anzubringen, obschon auch noch die 2. CH-Spielerin ausgewechselt wurde. Falls Basel den Final nicht gewinnt, hat der Titel keine Bedeutung & der Gegener wird leider um den Meisterschaft geprellt
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    1. Antwort von Lukas Beutel (dre)
      Korrekt. Und wenn Laura verletzt war, dann hätte man bereits eine andere Schweizerin aufs Matchblatt nehmen können. Das machen die anderen Vereine auch so, weil bei denen 20'000 nicht einfach so rumliegen.
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