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Volero-Boss im Kreuzfeuer Jacobis Aussetzer hat ein Nachspiel

Das Verhalten von Voleros Klubpräsident im Playoff-Final der NLA-Volleyballerinnen war moralisch mehr als fragwürdig. Die Liga untersucht den Fall.

Legende: Audio Eklat bei Volero abspielen.
2:12 min

Stav Jacobi strapazierte beim 2. Auftritt seines Teams am Mittwochabend im Playoff-Final den Fairness-Gedanken gehörig.

  • Auf seine Anweisung hin spielte ein unter Druck geratenes Volero Zürich im 4. Satz plötzlich ohne Spielerin mit Schweizer Lizenz. Damit verstiess man gegen das Reglement. Denn dort steht geschrieben, dass stets mindestens zwei hiesige Akteurinnen auf dem Feld stehen müssen. Der Volero-Präsident nahm für diesen Schachzug eine saftige Busse in der Höhe von 20'000 Franken in Kauf.
  • Primär wegen dieser Aktion gingen die Wogen in der Oerliker Halle Im Birch hoch. Die Gäste-Fans von Sm'Aesch Pfeffingen quittierten die Einwechslung von 2 ausländischen Verstärkungen mit Pfiffen. Dies wiederum verleitete Jacobi zu einer Stinkefinger-Geste in Richtung des Anhangs der Baselbieterinnen.

Legende: Video Volero-Boss Jacobi legt sich mit den Fans des Gegners an abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Vom 18.04.2018.

Die Aufarbeitung dieser Partie wird nun die Meisterschafts-Kommission von Swiss Volley beschäftigen, wie CEO Werner Augsburger auf Anfrage von SRF ausführte. Dieses Gremium untersucht jegliche Verstösse gegen die Ethik-Charta und legt die Sanktionen fest. Es ist davon auszugehen, dass Voleros 50-jähriger Mäzen zusätzlich zur Kasse gebeten wird.

Mein persönliches Verständnis bezüglich moralischem Verhalten eines Sportfunktionärs ist ein anderes.
Autor: Werner AugsburgerCEO von Swiss Volley

Der Walliser will dem Urteil nicht vorgreifen, verweist aber darauf, dass Jacobis Verhalten «ziemlich sicher Konsequenzen nach sich ziehen wird». Augsburger führt aus: «Mein persönliches Verständnis bezüglich moralischem Verhalten eines Sportfunktionärs lässt solche Aktionen nicht zu.»

Verhaltene Freude bei der allfälligen Meisterfeier

Sollte der Serienmeister vor seinem Abzug in die französische Liga den Schweizer Meistertitel erfolgreich verteidigen, will der Verband die Pokalvergabe selbstverständlich professionell über die Bühne bringen. «Aber», wendet Augsburger ein, «wir werden es sicher nicht mit den gleichen intensiven Emotionen tun, wie wir es ursprünglich vorhatten.»

PS: Das Spiel endete mit einem 4-Satz-Sieg für den Favoriten Volero. Die Limmatstädterinnen schafften somit in der Best-of-Five-Serie den 1:1-Ausgleich.

Sendehinweis

Das 3. Duell im Rahmen des Playoff-Finals findet am Freitag erneut in Zürich statt. Ab 19:20 Uhr können Sie in unserem kommentierten Stream sowie in der Sport App live dabei sein.

Sendebezug: srf.ch/sport, Web-only-Livestream, 18.04.2018 19:20 Uhr

14 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Häring (khg)
    Das mit dem Stinkefinger ist das Eine, eine klare Unsportlichkeit, die bestraft gehört. Das Andere ist aber der Verstoss gegen das Reglement. Ich kenne dieses nicht. Aber eigentlich sollte es doch in einem solchen Fall einen Forfait-Sieg für die Gegenmannschaft, also Sm'Aesch-Pfeffingen, geben und nicht 20'000 Fr. Busse. Das ist ja lächerlich. Wenn es heisst, es müssten mindestens zwei Schweizerinnen auf dem Feld sein, dann gilt das. Basta!
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  • Kommentar von Walter Winteler (Wiwa 54)
    Es wird sich sicher keine Voléro-Spielerin gegen Stav Jacobi stellen. Die werden ja von ihm bezahlt. Moralischmag das Handeln verwerflich sein, aber Jacobi hat dafür gesorgt, dass sich das Frauen Volleyball massiv verbessert hat. Ohne solche Mäzen und Geldgeber würde es vielleicht auch kaum ein Volkeyball-Frauen -Team auf hohem Niveau geben. Schenkt Stav zum Abschied den Schweizer Meuster Titel. Danach kann ihn Aesch für die nächsten 10 Jahre haben.
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    1. Antwort von Patrick Salonen (Patrick Salonen)
      dass die spielerinnen nicht gegen ihren arbeitgeber sind ist soweit klar. volleyballerinnen haben nicht so viele möglichkeiten einigermassen gut zu verdienen. da stellt man sich kaum gegen den arbeitgeber... dass man volero den titel nun aber schenken soll ist doch absurd! mit diesem team sollte volero unangefochten schweizermeister werden - ohne geschenke!
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  • Kommentar von Hansruedi Grässli (Mac Grässli)
    Warum diese Empörung über Stav Jacobi? Er nutzte letztlich clever und mit genauer Regelkenntnis den gegebenen Spielraum aus und für diesen dürfte einzig und allein Swiss Volley verantwortlich sein. Dass dem Verband dabei noch Fr. 20‘000 in die Kasse fliessen, zeigt höchstens eine Schwachstelle auf, aber auch, dass es diesem mit dieser Hintertürchenpolitik nicht unbedingt um verbindliche Regeln geht, die zwingend zwei Schweizerinnen auf dem Spielfeld verlangen.
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    1. Antwort von Fabio Krauss (FabioK)
      Ein bisschen FairPlay würde dem Sport und uns allen gut tun. Funktionäre und Sportler haben eigentlich eine Vorbildfunktion. Man muss nicht unbedingt jede „Lücke im System“ ausnutzen.
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