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Formel 1 Aufreger in Baku: Vettel rempelt Hamilton

Während einer Safety-Car-Phase beim GP in Baku hat sich Sebastian Vettel eine Tätlichkeit zuschulden kommen lassen. Der Ferrari-Pilot fuhr ins Auto des Führenden Lewis Hamilton. Nun droht Vettel eine Sperre für ein Rennen.

Legende: Video Der unrühmliche Zwischenfall von Vettel abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Vom 25.06.2017.
  • Update: Für sein Manöver gegen Lewis Hamilton büsst der Automobil-Weltverband FIA Sebastian Vettel mit 3 Strafpunkten. Sollten ihm beim GP Österreich am 9. Juli nochmals 3 Punkte aufgebrummt werden, würde er sogar für ein Rennen gesperrt. Die FIA führt eine Rangliste mit sogenannten Penalty-Punkten: Wer innerhalb eines Jahres 12 Punkte kassiert, wird für ein Rennen gesperrt. Vettel steht nach dem «Foul von Baku» bei 9 Punkten. Am 10. Juli fallen Vettels zwei Strafpunkte vom Rennen 2016 in Silverstone aus der Wertung.

Nach 22 von 51 Runden beim GP von Aserbaidschan sorgte Sebastian Vettel für ungläubige Blicke. Er erlaubte sich, nachdem das Rennen wegen Trümmerteilen auf der Strecke erneut hatte neutralisiert werden müssen, eine üble Attacke.

Was war passiert? Der Deutsche fuhr bei Leader Lewis Hamilton zunächst kurz auf. Im Anschluss rempelte er den Mercedes-Fahrer von der Seite, indem er den linken Vorderreifen touchierte. Wild gestikulierend beschwerte er sich hinterher, der Brite habe seiner Meinung nach abgebremst und rechtfertigte so sein Manöver.

Wenn er zeigen will, dass er ein Mann ist, soll er aus dem Auto steigen und wir machen es von Angesicht zu Angesicht.
Autor: Lewis Hamiltonzur Szene mit Sebastian Vettel

Allzu milde Strafe

SRF-Formel-1-Experte Michael Stäuble äusserte sich während der Live-Übertragung dezidiert. Er könne sich während seiner 26-jährigen Tätigkeit an keinen ähnlichen Vorfall erinnern. Stäuble verglich die Szene mit dem Fussball: «Hamilton beging zwar ein Foul, doch dann folgte Vettels Revanchefoul.» Jeder wisse, was das bedeute.

Die Aktion wurde nach langer Untersuchung mit einer simplen 10-Sekunden-Strafe für «gefährliche Fahrweise» sanktioniert. In den Augen von Stäuble ist dieser Entscheid viel zu mild: «Da muss ich lachen», kommentierte er.

Gemäss Reglement durften die beschädigten Autos an der Box repariert werden. Das Rennen war für 23 Minuten unterbrochen worden.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 25.06.2017 14:30 Uhr

27 Kommentare

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  • Kommentar von Phil Cave (phcavi)
    Beide sollten die gleiche Sperre erhalten für ihr gefährliches Fahren, so kriegen andere Fahrer die Möglichkeit, in der Fahrerwertung etwas aufzuholen... Aber Ferrari und Mercedes werden sich da schon irgendwie rauswinden...
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  • Kommentar von Daniel Frei (daniel.frei9)
    Hamilton mit seinem Schikane-Stop nach der Kurve ist die Ursache. "Bubi" sollten 5 Minuten Boxenstopp auferlegt werden und nicht Vettel.
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  • Kommentar von Ralph Mühlebach (Ralph Mühlebach)
    Klar, Vettel hätte man härter bestrafen können, vielleicht sogar müssen. Aber Hamilton hätte ebenfalls bestraft gehört, auch wenn sein Vergehen nicht so schlimm war wie dasjenige von Vettel. Da Hamilton nicht bestraft wurde, geht die (zu) milde Strafe für Vettel in Ordnung. Dass Hamilton danach an die Boxen musste und dadurch hinter Vettel zurückfiel ist natürlich unglücklich für ihn aber hat mit der Situation nichts zu tun.
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