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Formel 1 Gegen Nascar & Co: Formel 1 in den USA chancenlos

In den USA ist die Königsklasse des Motorsports trotz zahlreicher Versuche bisher nie wirklich angekommen. Dies soll sich in Zukunft ändern.

Legende: Audio Michael Stäuble über den Stand der F1 in den USA abspielen.
3:11 min

«Amerika ist wichtig für uns, aber Amerika braucht uns nicht», sagte der ehemalige McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh einmal. Denn die Amerikaner sind verrückt danach, wenn Autos im Kreis um die Wette fahren. Die Piloten der Nascar- und Indycar-Serien sind Helden, doch bei der Formel 1 rümpfen viele die Nase.

Ruhe in Frieden, Formel 1.
Autor: Zeitungsschlagzeile
Legende: Video Der Skandal-GP von 2005 abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Vom 19.10.2017.

Und das liegt nicht nur am Skandalrennen von Indianapolis 2005, als lediglich die sechs Autos mit Bridgestone-Reifen ihre Runden drehten, Michael Schumacher am Ende «gewann».

Von diesem Rennen blieben danach aber vor allem die Bilder der wütenden und Bierbüchsen werfenden Fans in Erinnerung. «Ruhe in Frieden, Formel 1», titelten die Zeitungen hinterher.

Umzüge en masse

«Indygate» gilt noch heute als eine der dunkelsten Stunden der Königsklasse, als Tag der Schande für die Formel 1. Doch auch schon vorher hatte die Serie in den USA trotz grosser Bemühungen einen schweren Stand.

  • Im Jahr 1982 zum Beispiel gab es Rennen in Detroit, Las Vegas und Long Beach.
  • Der Grosse Preis der USA fand in der Vergangenheit schon an 10 verschiedenen Orten statt – doch nirgendwo konnte sich die Formel 1 etablieren.
Mario Andretti
Legende: Letzter US-Weltmeister in der Formel 1 Mario Andretti imago

Kein Amerikaner – kein Interesse

Seit 2012 nimmt man im texanischen Austin einen neuen Anlauf. Dass von einem US-amerikanischen Fahrer, der die patriotische Sehnsucht der Fans stillt, weiter jede Spur fehlt, macht das Projekt nicht einfacher. Die Zeiten der Weltmeister Phil Hill (1961) und Mario Andretti (1978) sind lange vorbei.

Trotz all der Pannen und Rückschläge träumen die Macher im Hintergrund aber weiter vom grossen Durchbruch im Land der unbegrenzten (Marketing)-Möglichkeiten, die USA sind weiter einer der wichtigsten Auto- und Werbemärkte.

Wahrscheinlich wissen die Hälfte der New Yorker nicht mal, was die Formel 1 ist.
Autor: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton, der schon am Sonntag in Austin seinen vierten WM-Titel perfekt machen könnte, träumt schon lange von einem Rennen in New York, «im Herzen der Stadt». Momentan «wissen wahrscheinlich die Hälfte der New Yorker nicht mal, was die Formel 1 ist», sagte der Mercedes-Fahrer: «Aber wir müssen sie einfach bekommen. Die Amerikaner sind absolut sportverrückt.»

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgengespräch, 20.10.17

3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Nachdem praktisch auf jeder Staraufstellung nur die beiden Mercedes und die zwei Ferrarie in den ersten beiden Reihen stehen und das meiste Geld nur diesen beiden Teams (Marken) verteilt wird, ist die Formel 1 tatsächlich nicht nur für die Amerikaner unattraktiv, sondern auch für uns langjährigen F-1-Fans! Jedes Bergrennen bei uns oder Rahmenrennen bei den GP's sind interessanter und noch echt sportlicher, als dieses herumreisende Milliarden-Unternehmen "Formel 1"!
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  • Kommentar von Jack Hauser (apache64)
    In den USA ist eben Motorsport noch Motorsport im wahrsten Sinne. Die Rennen werden auf der Strecke entschieden und nicht hinter den Kulissen von irgendwelchen Funktionären. Die Formel 1 hat sich von den Fans wegentwickelt. Die Boxen sind steril wie Operationssäle und die Fans sollen bitte ja nicht zu nahe kommen. Und wenn es nicht gerade regnet sind die Rennen Todlangweilig. Da ist jedes Töffrennen ein Brüller dagegen.
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    1. Antwort von Dennis Gutknecht (HoppSchwiiz)
      Leider muss ich ihnen da voll und ganz zustimmen. Bin selber auch langjähriger Fan. Aber es fehlt auch ein Amie-Fahrer in der F1. Der letzte wirkliche Fahrer vom amerikanischen Kontinent müsste Montoya (Kolumbien,bis 2006) gewesen sein. Aber: Es ist auch langweilig, weil immer diesselben zwei gewinnen. Von Platz 10 zu gewinnen ist schlicht unmöglich. Ein Lüthi kann auch von Platz 15 gewinnen. Aber es ist echt verdammt schade wie schlecht sich die Formel 1 am Verkaufen ist.
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