Man of the Race: Felipe Massa

Ex-Ferrari-Pilot Felipe Massa glänzte bei seinem Comeback in Italien auf und neben der Rennstrecke. Deshalb ist der Brasilianer für SRF-Kommentator Michael Stäuble «Man of the Race».

Der Brasilianer hinterliess in Monza auf der Rennstrecke und dem Podest einen bleibenden Eindruck.

Bildlegende: Felipe Massa Der Brasilianer hinterliess in Monza auf der Rennstrecke und dem Podest einen bleibenden Eindruck. Reuters

Zugegeben: Da steckt viel Sympathie dahinter. Aber es ist die schönste Geschichte des Wochenendes. Genau ein Jahr, nachdem hier seine Entlassung bei Ferrari durchsickerte, fährt Felipe Massa in Monza aufs Podest und wird gefeiert - von den Ferraristi.

Auch Bottas, Pérez und Ricciardo überzeugten

Aber selbstverständlich drängten sich auch andere Fahrer auf: Valtteri Bottas – weil er wieder ein Feuerwerk lieferte und zweimal das Feld aufrollte, nachdem er am Start 8 und nach dem Boxenstopp 3 Ränge eingebüsst hatte. Aber der Start gehört halt zum Rennen, und der war bei Massa wesentlich besser.

Sergio Pérez – für seinen Kampfgeist und eine erneut tadellose Leistung, mit dem Highlight des Tages, dem Duell gegen Jenson Button.

Daniel Ricciardo – der (ausser am Start) erneut hervorragend unterwegs war. Verrückt: Vettel sprang am Start von 8 auf 5, Ricciardo rutschte von 9 auf 12! Trotzdem besiegte der Australier nach einem Überholfestival seinen Teamkollegen erneut (wie immer, wenn beide ins Ziel kamen, einzige Ausnahme: Hockenheim).

Schlauer Massa

Massas Auftritt war weniger spektakulär, sein Rennen aber hochklassig und intelligent. Die Basis legte er im ersten Stint auf den weichen Reifen. In der fünften Runde holte er Kevin Magnussen, von da an hielt er die Pace von Nico Rosberg mit, vor einem drängelnden Lewis Hamilton. Als der Brite angriff, wehrte er sich nicht lange, er hätte nur Zeit verloren. Auf Platz drei spulte Massa fehlerfrei und konstant seine Runden ab, er war praktisch immer der drittschnellste Mann auf der Strecke.

Fernduell mit Bottas

Nach dem drittschnellsten Boxenstopp (hinter Magnussen und Pastor Maldonado) war Massas Podestplatz gesichert. Einzig Bottas hätte das Auto dazu gehabt, ihn noch zu bedrängen, doch die Pace der beiden ab Runde 40 (als beide frei fahren konnten) war identisch. Der Abstand pendelte zwischen 15 und 18 Sekunden.

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Massas Dank an die Tifosi (italienisch)

0:29 min, vom 7.9.2014

Dank vom Podest

Höhepunkt war Massas Auftritt auf dem Podest. Er stand zwar auf dem untersten Treppchen, aber er stellte die Mercedes-Piloten in den Schatten mit seinem Dankeschön an die Tifosi, aus tiefstem Herzen, so offen und hochemotional, wie es nur Felipe Massa ausdrücken kann: «Ich bin kein Roter mehr, aber ich werde immer einer von euch sein.»

Sauber: Eine Schlappe mit Ansage

Adrian Sutil verlor das Duell gegen Maldonado am Start und konnte die Pace des Lotus-Piloten nie mithalten. Im Gegensatz zu Spa und Budapest wurden beide Sauber überrundet. Noch selten war ein Rennverlauf so schnell erzählt.

Glück im Unglück für Gutierrez

Esteban Gutierrez wurde Letzter. Dass er Romain Grosjean drei Runden vor Schluss überholte, hätte ein Lichtblick sein können. Nur zog der Mexikaner plötzlich nach rechts, fuhr Grosjean über den Heckflügel und zerstörte seinen Reifen. Ein Glück, dass er die fällige Strafe heute absitzen konnte: Versetzung vom 19. auf den 20. Platz. Eine Rückversetzung in der Startaufstellung von Singapur wäre schmerzhafter gewesen.

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 07.09.14, 13:30 Uhr

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