Man of the Race: Romain Grosjean

Trotz des ersten Heimsieges für Sebastian Vettel geht die Auszeichnung an Romain Grosjean. Er wurde durch Safety-Car und Stallorder zurückgebunden und holte schliesslich Rang 3. Auch dem Sauber-Team kam die Safety-Car-Phase nicht entgegen.

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Grosjean gegen Vettel und Räikkönen

1:09 min, vom 7.7.2013

Vettels ersten Heimsieg, den 30. der Karriere, haben wir genügend gewürdigt. Es war eine ganz enge Angelegenheit. Grosse Klasse, wie er sich das Rennen einteilte, die meiste Zeit mit 1.001 bis 1.1 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger, so dass diese die DRS-Überholhilfe nicht benutzen konnten. Räikkönen war ganz nah dran, auch für den Finnen wäre es der erste Sieg in Deutschland gewesen.

Grosjean mit 4 Führungsrunden

Einer war aber noch näher dran: Romain Grosjean. Der Genfer mit französischer Rennlizenz übernahm in Runde 8 die Führung, blieb mit den weichen Reifen unglaubliche 13 Runden draussen und kam nach dem ersten Stopp auf Platz 2 auf die Strecke zurück. Weit vor seinem Teamkollegen Räikkönen (7 Sekunden und 4 Ränge). Innert 10 Runden verringerte Grosjean den Rückstand auf Vettel von 4,3 auf unter 2 Sekunden. Auf Räikkönen hatte er inzwischen fast 10 Sekunden Vorsprung.

Dem Safety-Car zum Opfer gefallen

Dann kam Bianchis Motorenplatzer, die Safety-Car-Phase und schwupp, war Räikkönen wieder direkt hinter Grosjean.

Nach dem Restart machte Grosjean weiter Druck auf Vettel, aber nun konnte Räikkönen mithalten. Logische Folge: Der Genfer musste seinem finnischen Teamkollegen, der in der WM sieben Ränge und 72 Punkte vor ihm lag, Platz machen.

Hätte Grosjean vielleicht sogar gewonnen? Fest steht nur: Grosjean hatte alle Trümpfe in der Hand, bis das Safety-Car kam.

Sauber – ein klarer Schritt nach vorn

Ein Punkt, wie schon in Silverstone, und doch war diesmal alles anders. Hülkenbergs Zähler am Nürburgring ist wertvoller, weil er aus eigener Kraft erkämpft wurde, gegen Force India und Toro Rosso, die noch in Silverstone weit voraus waren.

Es hätte wohl noch mehr als ein Punkt sein können, wenn die Safety-Car-Phase nicht gewesen wäre. Die kam in einem sehr ungünstigen Moment.

Doch viel bemerkenswerter waren die kämpferischen Schlussrunden des Deutschen im Sauber. Nach dem letzten Stopp fiel er auf Rang 16 zurück (Runde 50). Dann schnappte er sich Maldonado, Sutil, Bottas, Ricciardo und, zu guter Letzt, Di Resta. Es ist nicht das erste Mal, dass Hülkenberg sein Team begeistert.

Esteban Gutierrez hatte ebenfalls Pech mit dem Safety-Car. 2 Runden zuvor war er an der Box gewesen. Der Mexikaner verdient sich aber eine gute Note nach seinem Abwehrkampf gegen Mark Webber, dessen Druck er acht Runden lang standhielt. Dann kam Webber nicht etwa vorbei, sondern zog den letzten Stopp vor, und gewann den Rang sozusagen an der Box.

Glückspilz der Runde – Mark Webber

Ein schönes Abschiedsgeschenk. 6 Punkte für Mark Webber in einem Rennen, das er längst verloren hatte. Beim ersten Stopp flog das rechte Hinterrad durch die Boxengasse – Webber verlor fast 3 Minuten!

Gedanken beim verletzten Kameramann

Ein Riesenglück hatte FOM-Kameramann Paul Allen, der vom Rad mit voller Wucht getroffen wurde. Die Verletzungen sind gravierend: Schlüsselbeinbruch, zwei gebrochene Rippen, Hirnerschütterung. Zur Zeit befindet sich der Brite im Spital von Koblenz. Alle im Fahrerlager sind gottenfroh, dass er den Unfall überlebt hat.

Die Boxenstopps werden immer schneller, aber auch immer gefährlicher.

Dank der Safety-Car-Regel kam Webber noch zu 6 geschenkten WM-Punkten. Die Regel besagt, dass überrundete Autos sich bei Safety-Car wieder «unterrunden» dürfen. Sinn der Regel ist, dass beim Neustart die Führenden nicht von Überrundeten behindert werden.

Webber war Letzter und einziger Überrundeter. Die Regel brachte ihn ins Rennen zurück. Immerhin gab’s für das Team eine satte Busse von € 30‘000. Red Bull wird das kaum schmerzen.