Presse zum Sauber-Deal: erleichtert, aber kritisch

Der Sauber-Deal mit den russischen Investoren wird am Dienstag in der Schweizer Medienlandschaft durchwegs kritisch beäugt. Gleichzeitig kursieren erste Zahlen zum Engagement der neuen Partner.

Zwar dominierte in der Presselandschaft die Erleichterung, dass es mit dem Schweizer Formel-1-Team Sauber weiter gehen kann. Die zur Rettung eingegangene Partnerschaft mit den beiden russischen Fonds sowie dem Nationalen Institut für Luftfahrt und Technologie wird hingegen durchwegs sehr kritisch kommentiert.

Es wird allgemein befürchtet, dass die Abhängigkeit gegenüber den Russen zu gross sein werde. Die Neue Luzerner Zeitung schreibt unmissverständlich: «Mit diesem Handel ist Sauber zu einem russischen Unternehmen geworden.» Auch der Zürcher Oberländer sorgt sich um Saubers Eigenständigkeit. Schliesslich gelte: «Wer zahlt, befielt.»

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Einschätzung von SRF-Experte Stäuble

2:53 min, vom 15.7.2013

«Man musste diese Kröte schlucken»

Für den Schritt von Patron und Firmengründer Peter Sauber wird aber durchaus Verständnis aufgebracht. Schliesslich wäre die andere Variante der Konkurs gewesen. Allzu grosse Forderungen hätten nicht gestellt werden können.

Auch deshalb wird Sauber 2014 mit Sergei Sirotkin in die Saison steigen müssen. Dies, obwohl der 17-Jährige noch weit weg davon ist, in der Formel 1 konkurrenzfähig zu sein. «Man ist mit ihm ein Risiko eingegangen», sagt SRF-Experte Michael Stäuble. «Aber wenn man mit Sirotkin den Formel-1-Betrieb sichern kann, dann muss man eben diese Kröte schlucken.»

«Das Management bleibt in Hinwil»

Details zum Deal sind kaum bekannt geworden. Stäuble dazu: «Das ist verständlich. Sauber hatte es nach den vielen Negativmeldungen eilig, an die Öffentlichkeit zu gehen.» Der Tages-Anzeiger spekuliert am Dienstag über eine Summe im dreistelligen Millionenbereich, welche die Russen in den ersten eineinhalb Jahren zur Begleichung der Schulden, für die laufenden Kosten und für die Entwicklung des 2014er-Boliden bereitstellen müssen. Der Schuldenberg belaufe sich angeblich auf rund 30 bis 50 Millionen Franken.

Trotz dem russischen Investment sei der Rennstall nicht verkauft worden, bekräftigt Teamchefin Monisha Kaltenborn. Der Rennstall gehöre noch immer ihr und Peter Sauber. In einem Interview mit dem Onlineportal Motorsporttotal.com sagt sie weiter: «Das Management bleibt, wie es ist, in Hinwil.» Der Kern der Kooperation sei die technische Zusammenarbeit.