Sauber muss Van der Garde ein Cockpit überlassen

Die Hoffnung für das Formel-1-Team Sauber auf eine erfolgreiche Berufung im Rechtsstreit mit Giedo van der Garde hat sich nicht erfüllt. Der Rennstall muss den Holländer als Stammfahrer zulassen. Dieser hat nun aber Lizenz-Probleme.

Hat sich einen Platz im Sauber-Cockpit auf gerichtlichem Weg erkämpft: Giedo Van der Garde.

Bildlegende: Bekommt Recht Hat sich einen Platz im Sauber-Cockpit auf juristischem Weg erkämpft: Giedo Van der Garde. Keystone

Bereits am Mittwoch hatte der Oberste Gerichtshof des australischen Bundesstaats Victoria Giedo Van der Garde Recht gegeben und ihn damit in seinem Bestreben nach einem Stammplatz bei Sauber unterstützt.

Daraufhin ging der Formel-1-Rennstall in die Berufung. Doch auch dieser letzte Versuch des Hinwiler Teams ist nun gescheitert. Zum Entscheid liess das Gericht verlauten, dass alle vorgetragenen Anliegen Van der Gardes aus juristischer Sicht berechtigt seien.

Van der Garde kämpft seit November

Den Anspruch auf einen Platz im Sauber-Cockpit begründete Van der Garde mit einem im Juni 2014 abgeschlossenen Vertrag, der ihm einen Stammplatz für die Saison 2015 zugesichert habe. Gemäss Schätzungen sollte der Holländer dem Schweizer Rennstall eine «Mitgift» von 9 Millionen Euro mitbringen.

Im November entschieden sich die Sauber-Verantwortlichen aber trotzdem für die Verpflichtung von Felipe Nasr und Marcus Ericsson. Seither versuchte der letztjährige Ersatzfahrer der Hinwiler sein Recht auf juristischem Wege einzufordern. Ein Genfer Schiedsgericht hatte ihm bereits letzte Woche Recht gegeben.

Sauber nun unter Zugzwang

Nach dem nun definitiven Urteil muss Sauber folglich bereits für den Grand Prix vom kommenden Wochenende in Melbourne einen Platz im Cockpit dem Holländer überlassen. Teamchefin Monisha Kaltenborn und die weiteren Verantwortlichen müssen nun darüber entscheiden, welcher der eigentlichen Einsatzfahrer über die Klinge springen muss: Marcus Ericsson oder Felipe Nasr?

Viel Zeit bleibt dem Team dafür nicht, denn schon um 02:30 Uhr in der Nacht auf Freitag Schweizer Zeit steht das erste freie Training für den Grand Prix von Australien auf dem Programm. Schafft es Sauber bis dahin nicht, Van der Gardes Auto auf dessen Bedürfnisse umzurüsten, droht dem Rennstall weiteres Ungemach. Die Richter könnten dann nämlich das gesamte Material des Teams beschlagnahmen und so auch den Start von Ericsson und Nasr verhindern.

Neuer Problemfall: Van der Garde fehlt die nötige Lizenz

Trotz des unumstösslichen Entscheids des Gerichts, treten aber doch noch Zweifel auf, ob Van der Garde in Melbourne tatsächlich das Rennen bestreiten kann. Laut verschiedenen Medienberichten fehlt dem Holländer dafür nämlich die nötige FIA-Superlizenz.

Die Frist für die Beantragung dieser Lizenz durch das Sauber-Team ist nun aber zu kurz, da das Prozedere im Normalfall rund zwei Wochen dauert. Nur eine Ausnahme-Regelung der FIA könnte Van der Gardes Startplatz noch sichern.

Sendebezug: Radio SRF 1, Morgenbulletin, 12.03.15 07:00 Uhr