Schweizer Firma sichert Formel-1-Strecke in Sotschi

Am Sonntag trug Russland erstmals einen Formel-1-Grand-Prix aus. Den Sicherheitszaun hatte man in der Schweiz bestellt. Für die Romanshorner Firma verlief der Auftrag in der Olympiastadt Sotschi ohne grössere Probleme.

Verantwortlicher von Geobrugg steht am Sicherheitszaun.

Bildlegende: Statt Steine sollen nun Autos aufgefangen werden – Marcel Dünner von Geobrugg kontrolliert den Sicherheitszaun. SRF

Marcel Dünner ist zufrieden mit den Arbeiten in Sotschi. Der Bereichsleiter Sicherheitstechnik der Firma Geobrugg ist vor Ort, um sich ein Bild von der Zaun-Installation zu machen. Die insgesamt 13 Kilometer Sicherheitszaun sind den Vorlagen entsprechend angebracht worden.

Etwas, das vor dem Hintergrund der Olympiade nicht unbedingt zu erwarten war. Bei den Winterspielen 2014 sind Hotels und Sportanlagen oftmals erst im letzten Moment fertiggestellt worden. Für Marcel Dünner dagegen ist alles «absolut sensationell abgelaufen», wie er im Wirtschaftsmagazin «ECO» sagt.

Funktioniert habe es vor allem, weil die Firma einen Verantwortlichen vor Ort gehabt habe, der die Sprache beherrscht und mit der Arbeitsmentalität vertraut ist. Dass man keinen schweizerischen Standard verlangen kann, ist für das international tätige Unternehmen klar. Es sei einfach ein wenig «Geduld gefragt».

Von Naturgewalten zu internationalen Sportanlässen

In der Schweiz ist das Unternehmen aus Romanshorn vor allem für seine Steinschlag-Schutznetze bekannt. Aber auch für andere Naturgefahren, wie Lawinen oder Erdrutsche, bietet das Unternehmen Sicherheitstechnik an.

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Geobruggs Sicherheitsnetz im Steinschlag-Test

0:13 min, vom 26.9.2014

Mittlerweile soll das Know-how auch vor heranbrausenden Rennwagen bewahren. Der Zaun muss den höchsten Anforderungen gewachsen sein. Denn die Formel-1-Wagen erreichen Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h. Wie Tests mit dem Internationalen Automobilverband (FIA) zeigen, hält der Zaun dieser Belastung stand. Die jahrzehntelange Expertise und die Zink-Aluminium-Legierung des Zauns sind verantwortlich für den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens.

Neu ist das Sportbusiness für Geobrugg nicht. Bereits für den Grossen Preis der USA in Austin 2012 hatte das Unternehmen den Zuschlag bekommen. Der neue Markt soll weiter erschlossen werden. So nimmt das Unternehmen an der Ausschreibung für den Grossen Preis von Mexiko teil. Zudem hat sich Geobrugg, im Rahmen der neuen Formel-E, für die Ausrüstung der Strecken in Berlin und London beworben.

«  Haben keine Schmiergelder bezahlt »

Marcel Dünner
Geobrugg

Russland belegt auf dem Korruptions-Index von Transparency International Platz 127 von 177. Im Bezahlen von Schmiergeldern sei es sogar «Weltmeister». Geobrugg hat laut Marcel Dünner eine weisse Weste: «Wir haben keine Schmiergelder bezahlt. Das entspräche auch gar nicht unserem Ehrenkodex.»

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts hatten einzelne Stimmen die Absetzung des Rennens in Russland gefordert. Geobrugg hatte das nicht kümmern müssen. Der Zaun war lange vorher fertig installiert und alle Zahlungen eingegangen.

Sendebezug: SRF 1, ECO, 13.10.2014, 22:25 Uhr

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Zusammenfassung GP von Russland

3:22 min, aus sportpanorama vom 12.10.2014

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Geobrugg sichert Rennstrecke in Sotschi

    Aus ECO vom 13.10.2014

    Am Wochenende hat in Sotschi das erste Formel-1-Rennen in Russland stattgefunden – auch wenn einzelne Stimmen dessen Absage gefordert hatten. Eine Schweizer Firma hatte ihren Auftrag schon vor Wochen ausgeführt: Geobrugg hat den Sicherheitszaun rund um die Rennstrecke geliefert. «ECO» war mit einem Verantwortlichen der Romanshorner Firma bei einem Kontrollbesuch in Sotschi.

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