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Formel 1 Stäuble erklärt den Sauber-Crash

In Monte Carlo hat Marcus Ericsson einen Crash mit seinem Teamkollegen Felipe Nasr provoziert. SRF-Kommentator Stäuble zeigt auf, wie es zu dieser Situation kam und warum solche Konflikte keine Seltenheit sind.

Legende: Video Doppelausfall: Worst Case bei Sauber abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus sportlive vom 29.05.2016.

Seit Wochen schwelt beim Sauber-Team die Rivalität zwischen den Piloten Felipe Nasr und Marcus Ericsson. Die beiden bekämpfen sich, wo es nur geht, nicht nur auf der Strecke. In der 48. Runde des Monaco-Grand-Prix eskalierte das Duell in der Rascasse-Kurve.

8 Runden lang waren Felipe Nasr (Platz 15) und Marcus Ericsson (Platz 16) direkt hintereinander gefahren. Dann griff Ericsson an, schubste Nasr in einen Dreher, beide schieden aus. Ericsson hat den Unfall verschuldet, ganz klar. So sahen es die Kommissäre: Der Schwede wird beim nächsten Rennen um drei Startplätze zurückversetzt. Das sportliche Verdikt ist klar, die Hintergründe sind aber wichtig.

Anweisungen ignoriert

Ericsson hatte Nasr im zweiten Stint auf Intermediate-Reifen auf der Strecke überholt. Beim Wechsel auf die Slicks fiel der Schwede aber wieder hinter Nasr zurück. Ab Runde 40 fuhren die Sauber direkt hintereinander auf den Rängen 15 und 16. Unmittelbar vor den beiden fuhren Pascal Wehrlein im Manor und Romain Grosjean im Haas-Ferrari.

Nasr kam nicht an Grosjean vorbei. Das Team forderte den Brasilianer auf, er solle Ericsson vorbeilassen (der hatte das zuvor schon lautstark eingefordert). Nasr aber antwortete nur «Wieso?» und hielt seinen Platz.

Kein Einzelfall

Toro Rosso hat das mit Carlos Sainz und Max Verstappen schon mehr als einmal erlebt. In Singapur und Mexiko 2015 ignorierte Verstappen die Anweisung, Sainz vorbeizulassen. In Australien 2016 revanchierte sich Sainz und behielt seinen 9. Platz, Verstappen tobte.

Es gibt weitere solcher Beispiele. Ein brasilianischer Kollege erklärt: «Barrichello wurde verhöhnt, weil er bei Ferrari stets Schumacher dienen musste, Massa widerfuhr dasselbe mit Alonso.»

Herbert musste 1998 in Silverstone Alesi Platz machen. Strategisch völlig gerechtfertigt, doch er war darob so erzürnt, dass er die Konzentration verlor und im Kiesbett landete.

Auch der Blechschaden schmerzt

Und nun Sauber. Nasr empfand die Order, seinen Teamkollegen vorbeiziehen zu lassen, als Erniedrigung. Für einen Rennfahrer ist das normal.

Bei Ericsson riss der Geduldsfaden, er nahm die Brechstange. Und Sauber ist dreifach bestraft. Beide Autos sind ausgeschieden. Ericsson wird in Kanada um 3 Ränge zurückversetzt. Und dann ist da auch noch der Blechschaden. Der schmerzt in der jetzigen finanziellen Situation.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.5.2016, 14:00 Uhr.

Ach Kwjat zurückversetzt

Wie Ericsson wird auch Daniil Kwjat aus der Equipe Toro Rosso beim Grand Prix von Kanada in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten versetzt. Der Russe wurde von den Stewards wegen einer Kollision mit dem Dänen Kevin Magnussen bestraft.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Benito S., Neuenhof
    Da braucht es nun wirklich keine Erklärungen mehr ... ein Crash, symbolisch für das ganze Sauber-Team ! Hört doch endlich auf und zerstört nicht noch die guten Erinnerungen ...
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  • Kommentar von Adrian S, Freienbach
    Ach, sind wir ehrlich, Sauber hätte auch heute so oder so keine Punkte geholt. Die Kollision der beiden war da nur noch das tüpfelchen auf dem i. Ich würde ja gerne von Herrn Stäuble ein Statement höhren, ob er wirklich noch glaubt das Sauber nächstes Jahr noch auf dem Grid stehen wird oder überhaupt diese Saison noch zuende fahren kann. Ich zweifle nämlich mittlerweile schon daran, dass Sauber die Überseerennen am Ende der Saison noch finanzieren kann.
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  • Kommentar von Reto K, Luzern
    In einer Zeit, wo sich jeder auf das Überleben des Teams konzentrieren sollte, sind solche egoistischen Spiele zwischen den Piloten nicht nur unverständlich sondern auch äusserst ärgerlich. Aber Sauber ist ja leider auf so unreife Piloten angewiesen, die dazu noch viel Sponsorengeld mitbringen. Eine Schande, wie ungleich das Geld in der F1 verteilt wird. Das macht den Sport kaputt. Und unser Sauber-Team, für das ich grosse Sympathien hege. Ich wünsche ihm herzlich endlich den verdienten Erfolg!
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    1. Antwort von Josef Heinrich, Wil
      Das, was Sie beschreiben, zeigt mit aller Deutlichkeit, dass Formel 1 kein Sport ist. Und was an Sauber weckt heute noch Sympathien oder wirkt sonst positiv?
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    2. Antwort von Lenny Stevens, Horgen
      Darum finde ich WEC (World Endurance Championship) viel spannender. auch Teams mit wenig Geld können aufs Podest kommen. Beispielsweise wurde Manor beim 6 Stunden Rennen in Spa 3. Beim WEC ist viel mehr Teamwork gefragt als bei f1. Kein Wunder, dass WEC nur am wachsen ist und immer mehr Fans hat, währenddem die Formel 1 nur am Fans verlieren ist.
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