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Formel 1 Vettel fühlt sich «verarscht»

Ausgerechnet in seinem 150. GP und dem 900. von Ferrari platzte an Sebastian Vettels Wagen der rechte Hinterreifen und dem Deutschen anschliessend der Kragen.

Legende: Video Sebastian Vettel im Interview abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Vom 23.08.2015.

Vettel schied beim GP Belgien kurz vor Schluss auf Rang 3 liegend mit einem Reifenschaden aus und verpasste erstmals nach 21 Rennen in Folge die Punkteränge. Der 4-fache Weltmeister übte nach seinem Reifenplatzer in voller Fahrt heftige Kritik an Ausrüster Pirelli: «Ich muss aufpassen, was ich sage. Wenn das 200 Meter früher passiert, knalle ich mit 300 km/h in die Wand.»

Legende: Video Vettel platzt der Reifen abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Vom 23.08.2015.

Die Qualität der Reifen sei miserabel, so Vettel. «Das geht jetzt schon seit Jahren so, das kann nicht sein. Ich weiss nicht, worauf wir warten. Da fühlt man sich verarscht», wetterte der Deutsche. Romain Grosjean profitierte vom Ausfall Vettels und komplettierte hinter dem Mercedes-Duo Hamilton/Rosberg überraschend das Podest.

Pirelli wehrt sich

Vettel verwies darauf, dass Nico Rosberg am Freitag dasselbe Problem hatte und dass auch der Mercedes-Pilot vor dem Platzer den Reifen nicht selbst beschädigt hatte. Der Deutsche warnte vor schwerwiegenden Konsequenzen für die Formel 1. «Demnächst knallt einer in die Wand, und dann stehen wir da und sagen: ‹Oh, hätten wir mal...›. Darüber muss gesprochen werden.»

Wir haben mit Pirelli den Wunsch nach einer Ein-Stopp-Strategie besprochen, es gab keinerlei Bedenken von ihrer Seite
Autor: Maurizio ArrivabeneTeamchef Ferrari

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery zeigte zwar Verständnis für Vettels emotionale Reaktion, erhob aber Zweifel an dessen Taktik. «Alle waren auf einer Zwei- oder Drei-Stopp-Strategie. Die Strecke ist die aggressivste im Kalender», erläuterte er. «Das war sehr, sehr ehrgeizig, das so zu versuchen.» Pirelli habe den Teams vor dem Rennen eine Strategie mit 2 oder 3 Stopps nahegelegt.

Ferrari widerspricht

Ganz anders lautete die Version von Maurizio Arrivabene. Der Teamchef der «Scuderia» erklärte: «Wir haben am Sonntagmorgen mit Pirelli den Wunsch nach einer Ein-Stopp-Strategie besprochen, es gab keinerlei Bedenken von Seiten des Reifenlieferanten.» Ferrari habe also alles richtig gemacht, der Fehler liege offensichtlich anderswo. Man sei nicht «so dumm», ein Risiko für den Fahrer einzugehen, meinte Arrivabene.

Sendebezug: SRF info, sportlive, 23.08.2015, 13:30 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von F. Muster, Zürich
    Bei Vettel sind ja sowieso immer die anderen Schuld. Dabei haben ja alle das gleiche Reifen-Material, somit auch die gleichen Probleme. Scheinbar kommen die einen besser damit zu recht als andere. Und vorallem "flippen" andere nicht gerade sofort aus. Alonso hätte doch mehr Gründe gehabt zum Ausflippen. Denn zu seiner Zeit war der Ferrari eine "lahme Ente" und kommt komischerweise gerade mit Vettel als Fahrer wieder ein bisschen in Fahrt; und Vettel ist nicht der bessere Fahrer.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Ein Spitzensportler, der jährlich einen 2-stelligen Millionenbetrag als "Lohn" bekommt, sollte nach einem solchen Vorfall, nicht dermassen die Nerven verlieren, ausflippen und ein Lieferant, seiner Sportgerät-Ausrüster, sich vor laufender Kamera, wie ein Schulbube aufführen! Zudem war sein (Ferrari)Team die einzige Mannschaft, die glaubte, nur mit EINEM Boxenstopp das "Spa"-Rennen beenden zu können! Vettel und Ferrari haben mit diesem Auftritt, nach dem Rennen, viele Fans und Freunde verloren!
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  • Kommentar von Pal Kovacs, Bern
    Klar, so kurz nach dem Rennen sind die Emotionen nicht immer kontrollierbar. Aber wenn sich Vettel etwas beruhigt und das Rennen mit den Ferrari-Leuten analysiert hat, dann wird auch er zum Schluss kommen müssen, dass nicht Pirelli, sondern einzig und alleine Ferrari schuld an diesem Reifenplatzer ist. Kein anderes Team versuchte, mit einem Stopp weniger durchzufahren, nur Ferrari. Vettel geht gerne Risiken ein, doch diesmal hat's halt nicht funktioniert. Gib's wenigstens zu, Seb!
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