Wie die Väter, so die Söhne

Für das Formel-1-Team Toro Rosso stehen in Melbourne zwei Newcomer am Start: Der Niederländer Max Verstappen und der Spanier Carlos Sainz. Beide treten mit dem Einstieg in den Profi-Rennsport in die Fussstapfen ihrer Väter. Verstappen tut dies früher als jeder Formel-1-Pilot vor ihm.

Toro Rosso geht mit zwei Neulingen in die neue Formel-1-Saison.

Bildlegende: Sainz und Verstappen Toro Rosso geht mit zwei Neulingen in die neue Formel-1-Saison. Keystone

Max Verstappen darf in Australien kein Bier bestellen, besitzt in seiner Heimat nur den Lernfahrausweis, drückt noch die Schulbank. Am Sonntag fährt er aber den Grossen Preis von Australien - im Alter von 17 Jahren und 166 Tagen.

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Max Verstappen über seine Vorbereitungen

1:07 min, vom 12.3.2015

Damit wird er in Melbourne zum jüngsten Piloten der Formel-1-Geschichte. Lewis Hamilton, 2008 immerhin der bis dahin jüngste Weltmeister, reagierte an Verstappens erster Pressekonferenz schockiert: «Wann wurdest du geboren? 1997? Um Himmels Willen!»

Verstappen: Mit dem Ego eines Weltmeisters

Das Ego des Teenies Verstappen ist eines Weltmeisters jedenfalls schon jetzt würdig. «Ich will alle Rekorde brechen. Den Rekord der meisten Siege, der meisten WM-Titel. Darauf kommt es an», sagte Verstappen dem Telegraph. «Ich bin nicht beunruhigt, der Jüngste zu sein. Ich will einfach nur die Weltmeisterschaft gewinnen.»

Verstappen wird aber nicht nur zum jüngsten Piloten des Sports, er setzt auch eine Formel-1-Tradition fort: die von Vätern und Söhnen. Jos und Max Verstappen sind das 14. Vater-Sohn-Paar. Die berühmtesten Vertreter sind die Rosbergs, die Villeneuves, die Piquets und die Hills. Vater Graham und Sohn Damon gelang sogar ein ganz besonderes Kunststück: Beide wurden Weltmeister (1962 und 1968 bzw. 1996).

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Carlos Sainz jr. über die Vergleiche mit seinem Vater

1:34 min, vom 12.3.2015

Sainz: Mit der Einstellung eines Weltmeisters

Auch Verstappens erster Teamkollege in der Königsklasse stammt aus einer Rennfamilie. Der Spanier Carlos Sainz ist der Filius des gleichnamigen Rallye-Weltmeisters von 1990 und 1992. Sein Vater habe ihm die richtige Einstellung auf den Weg mitgegeben: «Ein Weltmeister ist ein Weltmeister. Dessen Einstellung ist anders als diejenige eines normalen Menschen. Die Tipps meines Vaters haben mir sehr geholfen. Er war immer für mich da.»

Von zu grossen Fussstapfen will auch der zweite Toro-Rosso-Pilot nichts wissen: «Rallye und Formel 1 sind sehr unterschiedlich, das kann man nicht vergleichen.» Sein Ziel in Melbourne sind die Punkteränge. Gelingt dem 20-Jährigen bei seiner Premiere tatsächlich ein Exploit, darf er sich wenigstens selber ein Bier bestellen.

Sendebezug: Radio SRF 4, Morgenbulletin, 13.03.2015, 6:17 Uhr