Willkommen auf dem Podest, Felipe!

Felipe Massa hat beim GP von Österreich seinen 34. Podestplatz erreicht. Damit hatte sein Sohn Felipe jr. Recht, der sagte: «Papa fährt heute aufs Podest». Den Erfolg gönnen dem Brasilianer alle.

Felipe Massa Hand in Hand mit Felipe jr.

Bildlegende: Vater und Sohn Felipe Massa Hand in Hand mit Felipe jr. IMAGO

Felipe Massa ist der sechste Podestfahrer im achten Rennen dieser Saison. Sohn Felipe jr., der mit Mutter Raffaella bei jedem Rennen dabei ist, und mit seinem Fussball das Fahrerlager unsicher macht, hatte es vor dem Rennen prophezeit: «Papa fährt heute aufs Podest!»

Dritter «Teilsieg» gegen Ferrari

Zum dritten Mal in diesem Jahr schlägt ein Williams einen Ferrari. Die Roten sind zwar definitiv schneller, aber wenn sie patzen, ist Williams nah genug dran, um zu profitieren. In Bahrain zertrümmerte Sebastian Vettel bei einem Ausritt den Frontflügel, Valtteri Bottas huschte vorbei. In Kanada drehte sich Kimi Räikkönen, Bottas erbte. Heute klemmte die Radmutter bei Vettel, Felipe Massa sagte: «Danke schön!»

Der 34-jährige Brasilianer, den viele nach seinem schweren Unfall in Ungarn 2009 oder spätestens nach dem Abgang bei Ferrari abgeschrieben hatten, zeigt sich in Bestform. Er stand in Spielberg zum 34. Mal auf dem Podest. Im Stallduell gegen Bottas, den Ferrari-Kandidaten, zieht er auf 5:3 davon, sein Punktekonto überschritt die 1000er-Marke.

Ein Erfolg, den Massa alle gönnen

Alle gönnen Massa den Erfolg. Alle respektieren ihn, spätestens seitdem er 2008 den Titelkampf um einen Zähler gegen Lewis Hamilton verlor. Nicht aus eigenem Verschulden: Die Ferrari-Fehler hatten ihn damals den WM-Titel gekostet.

«  Die Rennen waren vor 20 Jahren nicht besser, höchstens gefährlicher.  »

Felipe Massa

Massa denkt auch über den Cockpit-Rand hinaus. Vor dem Rennen in Österreich hatte er die Formel 1-Kritiker aus dem eigenen Sport (angeführt von «Promoter» Ecclestone, Lauda, Mateschitz etc.) ermahnt, endlich mit der Verherrlichung der «guten alten Zeiten» aufzuhören.

Kritik an Ecclestone und Co.

«Die Rennen waren vor 20 Jahren nicht besser, höchstens gefährlicher. Und schnellere Autos (wie sie die Strategiegruppe wünscht) bringen eher weniger als mehr Überholmanöver», sagt Massa, der notfalls eine gefasste Meinung auch revidiert. «Die Idee (der Strategiegruppe), Nachtanken wieder zu erlauben, fand ich zuerst gut, doch nach vielen Gesprächen musste ich einsehen, dass auch dies weniger Überholmanöver zur Folge hätte. Die Erinnerung an viele fade Rennen vor 2010 ist noch frisch.

Wir wünschen Felipe Massa noch viel Erfolg, damit er der Formel 1 noch lange erhalten bleibt.

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GP Österreich: Der Rennbericht

4:30 min, aus sportpanorama vom 21.6.2015

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 21.06.2015, 13:30 Uhr.