Die Millionen-Dollar-Kurve

Kurve 11 auf dem Sachsenring hat es in sich: Nicht nur Jorge Lorenzo stürzte dort und begrub seine WM-Träume im lokalen Kiesbett, auch Ducati verschrottete hier eine ganze Motorrad-Flotte. Darum gaben die Ducati-Leute der Ecke den Übernamen «Die Millionen-Dollar-Kurve».

Der Sachsenring hat es in sich.

Bildlegende: Folgenschwere Asymmetrie Der Sachsenring hat es in sich. Keystone

Der Sachsenring ist komplett asymmetrisch. Zehn Linkskurven stehen drei Rechtskurven gegenüber. Zwei davon - Kurve 1 nach Start und Ziel, sowie das «Omega» - sind extrem langsam. Die dritte - Kurve 11 - extrem schnell.

MotoGP-Maschinen erreichen hier im 4. Gang über 200 km/h. Zudem fahren die Piloten die Kurve blind an; beim Hineinfahren sehen sie das Ende der Kurve nicht.

Die Streckenposten bei der Kurve 11 am Sachsenring.

Bildlegende: Viel zu tun Die Streckenposten bei der Kurve 11 am Sachsenring. SRF

Abgekühlte Reifen

Aber das Gefährlichste: Es ist die erste Rechtskurve nach einer Serie von sieben Linksbogen. Während zirka 40 Fahrsekunden liegt also die Last und damit die Haftung auf der linken Seite der Reifen. Die rechte Seite kühlt unterdessen ab.

Dank der Wärme kleben die Bridgestone-Gummis am Asphalt und ermöglichen die schwindelerregenden Schräglagen. Wenn die Reifen kalt sind, rutscht man. Das wissen zwar auch die Fahrer, doch suchen sie halt das Limit – und finden es. Eine einfache Erklärung für viel teuren Schrott.