Krummenacher und das Bangen um die Karriere

Einmal mehr hat Moto2-Pilot Randy Krummenacher einen Rückschlag in seiner Karriere erlitten. Ein vermeintlich glimpflich ausgegangener Trainingssturz steht am Anfang einer Leidensgeschichte, deren Ende ungewiss ist. Gesundheit und Karriere stehen auf dem Spiel.

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Krummenachers Ringen um Gesundheit und Karriere («sportlounge»)

6:14 min, vom 22.10.2013

Rückschläge begleiten die Karriere von Krummenacher. Immer wieder wurde der 23-Jährige durch Verletzungen, Krankheiten oder Unstimmigkeiten im Team daran gehindert, sein ganzes Potenzial abrufen zu können. Auch in seinem 3. Moto2-Jahr ist dies nicht anders. Mitte Jahr brach er sich zwei Finger - schon fast eine Lappalie im Vergleich zu seiner aktuellen Situation.

Freitag 30. August: Krummenacher stürzt im Training zum GP von Grossbritannien. Nach einem Salto prallt er mit dem Kopf auf. Er fühlt sich aber den Umständen entsprechend gut, fährt am Tag danach das Qualifying und am Sonntag das Rennen. Nur ein Zwischenfall? - Mitnichten.

Falsche Diagnose

Krummenacher zog sich bei diesem Sturz eine Gehirnerschütterung zu. Weil er aber zugleich eine Grippe hat, kommen die Renn-Ärzte zum Schluss, dass die Beschwerden daher rühren. Eine fatale Fehleinschätzung.

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Sport-Mediziner Büsser über die Verletzung

0:28 min, vom 22.10.2013

Der Zürcher Oberländer bestreitet sogar 2 Wochen später den GP von San Marino. Dabei stellt er definitiv fest, dass etwas nicht stimmen kann. «Bei der Phase des Abbremsens fehlten mir Bilder», schildert er. «Ich begann zu bremsen und plötzlich war ich schon in der Kurve.»

Erst jetzt wird die Gehirnerschütterung diagnostiziert. Sportmediziner Gery Büsser beurteilt einen Renneinsatz unter diesen Umständen als sehr gefährlich. «Das ist, wie wenn man mit 1,5 bis 2,0 Promille Auto fahren würde. Krummenacher fehlt die nötige Reaktionsgeschwindigkeit.»

Aufstehen und weiterkämpfen

Weil Krummenacher nicht sofort pausiert, sind die Folgen umso schlimmer. Schon nur die Bewältigung des Alltags stellt eine Herausforderung dar.

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Krummenacher über die Alltagsprobleme

0:26 min, vom 22.10.2013

«Es wird mir zu viel, wenn Leute um mich herum sprechen», so der Moto2-Pilot. Mittlerweile hat er 3 Rennen ausgelassen. Auch bei den letzten beiden GP der Saison in Japan und Valencia ist eine Teilnahme eher unwahrscheinlich.

Priorität hat die Genesung. Anstrengendes Gehirn-Training, bestehend vor allem aus koordinativen Übungen, steht an. Krummenacher, der für die nächste Saison noch keinen Vertrag hat, lässt sich davon nicht abschrecken: «Wichtig ist, aufzustehen und weiterzukämpfen. Das mache ich.»