Lüthis Revanche geglückt – auch dank dem WM-Stand

Bei seinem Sieg in Motegi hat sich Tom Lüthi auf den Schlussrunden gegen WM-Leader Johann Zarco behaupten können. Vor einem Jahr in Malaysia war dieses Unterfangen noch gescheitert.

«Ich habe bereits vor dem Rennen an Malaysia gedacht», gibt Tom Lüthi nach seinem Triumph im japanischen Motegi zu. Dabei sind seine Erinnerungen an diesen Moto2-Podestplatz 2015 leicht negativ angehaucht.

Als Favorit von der Pole Position aus gestartet, dominierte Lüthi das Rennen damals von Beginn weg. Sein stärkster Widersacher Johann Zarco sass ihm allerdings im Nacken und kam Runde für Runde näher ran. In den letzten Kurven fing der Franzose Lüthi gar noch ab und siegte in extremis.

Auf Lüthis Müdigkeit gehofft

Am Sonntag in Japan gestaltet sich das Rennen ähnlich: Lüthi setzt sich am Start schnell ab, Zarco lauert dahinter, kommt gegen Ende immer näher. «Ich wusste, dass er stark ist und dass ich es nicht locker angehen darf», beschreibt der Emmentaler seine Gefühle zum Schlussabschnitt.

Am Ende reicht es; der WM-Leader kommt zwar bis auf 4 Zehntel heran, kann Lüthi aber nicht mehr attackieren. Oder will er nicht?

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Zarco: «Mein Rhythmus war nicht so gut» (englisch)

1:02 min, vom 16.10.2016

«Ich hatte gehofft, Lüthi am Schluss noch abzufangen», meint Zarco zwar. «Eigentlich habe ich erwartet, dass er gegen Ende müde werden würde. Aber er war heute gut genug.»

Doch klar ist auch: Mit diesem 2. Platz kann der 26-Jährige mehr als zufrieden sein, vor allem auch deshalb, weil sein direkter Konkurrent Alex Rins früh stürzte und die Punkteränge verpasste.

So war Zarco in den letzten Kurven wohl bewusst nicht mehr das allerletzte Risiko eingegangen. Mit Tom Lüthi als Profiteur.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 16.10.2016, 05:05 Uhr