Rolf Biland - mit dem Seitenwagen zu Weltruhm

Keiner gewann mehr Seitenwagen-Rennen als Rolf Biland. Dennoch wäre mehr möglich gewesen. In der «sportaktuell»-Serie «Helden von gestern» blicken wir auf die Karriere des gebürtigen Aargauers zurück.

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Seitenwagen-Legende Rolf Biland blickt zurück

4:10 min, aus sportaktuell vom 25.6.2015

Er weist eine Erfolgsbilanz auf, von der Tom Lüthi und Co. nur träumen können. 116 Podestplätze, 81 GP-Siege und 7 Weltmeister-Titel zieren sein Palmarès. Rolf Biland ist der mit Abstand erfolgreichste Schweizer Motorsportler aller Zeiten.

Biland war so schnell, dass er einst mit seinem Gespann sogar eine Tagesbestzeit aufstellte, die selbst für die Motorräder der «Königsklasse», der heutigen MotoGP-Serie, nicht zu erreichen war. «Es war immer mein Ziel, einmal schneller zu sein als die 500er Soloklasse. Das gelang mir 1988 in Jerez. Danach gab es eine Standing Ovation von allen Mechanikern der 500er Szene. Das muss man sich mal vorstellen», schwelgt Biland in Erinnerungen.

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Als Biland seinen Seitenwagen über die Ziellinie schob

0:20 min, vom 25.6.2015

Konkurrenz gedemütigt

Bei der Konkurrenz sorgte Bilands Überlegenheit hin und wieder für Misstöne. Vor allem, als er einmal seine Gegner demütigte, indem er kurz vor dem Ziel sein Gefährt stoppte und demonstrativ über die Ziellinie schob. Doch die Gegner waren sich auch bewusst, dass sie vom gebürtigen Aargauer profitieren. «Schliesslich brachte das auch immer wieder Presse», sagt Biland.

Nur Rennen zu fahren war Biland indes nicht genug. In seiner Freizeit baute er eigene Motoren, tüftelte an der Aerodynamik, formte die Karosserie nach eigenen Vorstellungen. «Ich lebte 24 Stunden am Tag Seitenwagen», nennt er sein Erfolgsgeheimnis. Das Rennen am Sonntag sei jeweils nur das Dessert gewesen, «das Leben drumherum war schon wunderschön.»

«  Ich lebte 24 Stunden am Tag Seitenwagen »

Rolf Biland

So bereut Biland im Rückblick auch nichts, obwohl er eingestehen muss, dass wohl 4 bis 5 WM-Titel verloren gegangen seien, «weil etwas, das ich probiert habe, nicht geklappt hat». Das habe zeitweise Bauchweh verursacht und sein kongenialer Partner Kurt Waltisperg sei auch nicht immer begeistert gewesen. «Nichtsdestotrotz harmonierten wir super, ich hatte nie einen besseren Beifahrer», meint Biland rückblickend.

Heute gibt der 64-Jährige sein Wissen weiter. Er coacht ein Juniorenteam. Zu seinem Leidwesen geniesst die Seitenwagen-Rennen aber keinen allzu hohen Stellenwert mehr: «Der Sport gefällt den Leuten, doch leider haben wir keinen Platz mehr auf der Weltbühne.»

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Wiedersehen des Seitenwagen-Erfolgsduos Biland und Waltisperg

4:09 min, aus Glanz & Gloria vom 26.7.2013

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 25.06.2015, 22:20 Uhr.