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Turbulenzen um Lüthis Team MarcVDS – das totale Chaos

Personelle Turbulenzen sorgen für Unruhe in Tom Lüthis MotoGP-Team. Es gibt viele Fragen und (noch) keine Antworten.

Legende: Video Chaos im Lüthi-Team abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus sportaktuell vom 18.05.2018.

Im MotoGP-Team von Tom Lüthi geht es zurzeit drunter und drüber. Team-Besitzer Marc van der Straten und Teamchef Michael Bartholemy sind derart zerstritten, dass sie nur noch via Anwälte miteinander sprechen. Obwohl van der Straten Bartholemy entlassen will, ist der am Freitag zur Arbeit erschienen.

Tom Lüthi nach Sturz auf Rang 23

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Tom Lüthi hat den ersten Trainingstag zum GP von Frankreich in Le Mans im 23. und vorletzten Rang beendet. Der Emmentaler verlor auf seiner Honda 2,153 Sekunden auf die Bestzeit von Andrea Dovizioso, In der Nachmittags-Session konnte sich Lüthi gegenüber der ersten Einheit um über eine Sekunde steigern. Das Training am Morgen war für ihn kurz vor Schluss vorbei gewesen, als er mit seiner Maschine in Kurve 3 stürzte, aber unverletzt blieb.

Die Situation rund um das MarcVDS-Team ist völlig chaotisch, niemand weiss genau, was Sache ist, weder Fahrer, noch Mechaniker, noch Medienchef – und auch die langjährigen Journalisten im Paddock zeigen sich verwundert. Versuchen wir es mal mit einer Auslegeordnung, was sind die Fakten?

Veruntreuung in Millionenhöhe?

Klar ist, dass sich der Besitzer des MarcVDS-Teams, der belgische Bier-Milliardär Marc van der Straten, und sein langjähriger Teamchef Michael Bartholemy zerstritten haben. Van der Straten wirft Bartholemy Vertrauensbruch vor. Gerüchten zufolge geht es um Veruntreuung in Millionenhöhe.

Tom Lüthis Teamchef Michael Bartholemy.
Legende: Gefeuert oder nicht? Tom Lüthis Teamchef Michael Bartholemy. Freshfocus

Am Donnerstag verschickte van der Straten an einige wenige Journalisten eine Medienmitteilung, wonach Bartholemy fristlos entlassen sei. Diese Nachricht traf das Team völlig unvorbereitet. Niemand wusste davon. Der Medienchef erfuhr erst davon, als ihm jemand besagte Mitteilung weiterleitete.

Bartholemy streitet alles ab

Bartholemy und van der Straten suchte man am Donnerstag vergebens an der Strecke. Am Freitag nun tauchte Teamchef Bartholémy in der Box des MarcVDS-Teams auf. Vor der Kamera wollte er vorerst nicht sprechen. Er erklärte aber, dass er von van der Stratens Anwälten ein Schreiben erhalten habe, wonach er entlassen würde, wenn sich die Vorwürfe gegen ihn erhärteten.

Dabei gehe es um zwei Punkte: Erstens habe Bartholemy in einem Interview gesagt, van der Straten sei psychisch instabil. Zweitens sei bei einer Zahlung aus dem Jahr 2010 etwas unsauber abgelaufen. Bartholemy selber betrachtet die Vorwürfe als unbegründet und sieht deshalb auch keinen Grund, nicht mehr seiner Arbeit nachzugehen.

Viele Fragen, noch keine Antworten

Nun stellen sich viele Fragen:

  • Wie geht van der Straten weiter vor, wenn Bartholemy seine Arbeit nicht niederlegt?
  • Welche Rolle spielt Marina Rossi, die Freundin von Moto2-Fahrer Sam Lowes, die von Bartholemy entlassen wurde und Gerüchten zufolge Bartholemy bei van der Straten angeschwärzt habe?
  • Was passiert mit dem Team? Denn schon einmal hat sich van der Straten Knall auf Fall aus einem Automobil-Projekt zurückgezogen.
  • Wie geht es weiter mit Tom Lüthi, der nur für dieses Jahr einen Vertrag hat (immerhin direkt mit van der Straten)?
  • Was passiert mit den Angestellten, die ihre Verträge wie die Sponsoren anscheinend alle mit Bartholemy abgeschlossen haben?

Viele offene Fragen und im Moment kennt niemand die Antworten. Wie sagt man hier in Frankreich so schön: Affaire à suivre – Fortsetzung folgt…

Legende: Video Lüthi: «Ich konzentriere mich auf meinen Job» abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 17.05.2018.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 17.05.2018, 20:00 Uhr

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Mir tut Tom Lüthi sehr leid: Wie hat er sich doch gefreut, als er endlich in MotoGP einen Startplatz bekam. Nun, in der "Königsklasse" des Motorrad-Rennsportes geht es halt um sehr viel Geld und somit "Machtspiele"! Es ist schade, wenn dann die Hauptakteure (die Fahrer) bei solchen chaotischen Team-Verhältnissen am meisten leiden müssen. Ein gut eingespieltes und begeistertes Team wäre für den Spitzensportler die beste Voraussetzung, um in die Punkte fahren zu können! Tom, nicht aufgeben!
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